Flüchtlingsdebatte

IKRK-Chef kritisiert SVP: «Denkt daran, dass es Menschen sind»

Perer Maurer: «Mich stört die Eindimensionalität der SVP»

Perer Maurer: «Mich stört die Eindimensionalität der SVP»

Jetzt schaltet sich der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer (58), in die Debatte um die eritreischen Flüchtlinge ein. Man dürfe die Sorgen der Bevöl­kerung nicht bagatellisieren, sagt Maurer im SonntagsBlick.

«Wenn sie die Ankunft von Flüchtlingen als Problem wahrnimmt, dann ist das völlig normal», so der IKRK-Chef. Für die SVP-Forderung, eritreische Flüchtlinge mit Einfachtickets nach Eritrea zurückzuschicken, hat er kein Verständnis.

«Einfachtickets sind keine gute Lösung», sagt er. Er habe zwar kein Problem damit, dass mit dem Thema Asyl Wahlkampf betrieben werde. Aber: «Mich stört die Eindimensionalität der SVP. Ich wünsche mir mehr Differenzierung – und dass das Thema in einem grösseren Kontext gesehen wird.»

Und: «Als IKRK-Präsident ist es mir in der Migrations­debatte ein Anliegen zu sagen: Denkt da­ran, dass es Menschen sind. Und Menschen haben ein Anrecht auf ein menschenwürdiges Leben.» Während Maurers Parteikollegin, SP-Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Eritrea als Willkür- und Unrechtsstaat bezeichnet, hält sich Maurer in seiner Rolle als IKRK-Präsident mit einer Verurteilung zurück.

«Ich qualifiziere keine Länder», sagt er. Das IKRK sei in Eritrea mit einer Delegation präsent und führe dort ein relativ beschränktes Programm durch. «Gefängnisbesuche gehören aber nicht dazu», sagt Maurer. Klar ist, dass das IKRK solche Besuche gerne durchführen würde.

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