Zürich

«Ich warte auf den ersten Streitfall»

Interview mit Rolf Wolfensberger

Herr Wolfensberger, ist das Ziel, überall im Kanton Zürich bedarfsgerechte Tagesstrukturen anzubieten, erreicht?
Rolf Wolfensberger: Kommt darauf an, wer den Bedarf erhebt. Bedarfsgerecht ist ja ein Gummibegriff. Vielleicht wird da und dort Druck gemacht, dass ein niedriger Bedarf ausgewiesen wird. In Zürich gibt umgekehrt der Stadtrat Gas und bringt die Schulbehörden und Schulen ins Schwitzen.

Wieso ins Schwitzen?
Wolfensberger: Es ist nur schon schwierig, Räume und Personal zu finden. Und ob die ermittelten Bedarfszahlen wirklich stimmen, ist unklar. Fraglich ist auch, ob massgeschneiderte Lösungen erwünscht sind oder eher Pauschallösungen. Das ist eine grosse Herausforderung. Dennoch: Es ist der richtige Weg, zu ermöglichen, dass beide Elternteile arbeiten können.

Wo im Kanton Zürich fehlt es vor allem an Tagesstrukturen?
Wolfensberger: Schwer zu sagen. Ich warte auf den ersten Streitfall. Wenn eine Elterngruppe, etwa Neuzuzüger, sich in einer Gemeinde nicht ernst genommen fühlt und nachweisen kann, dass sie auf Tagesstrukturen angewiesen ist, wird die Gemeinde schnell einlenken müssen. (mts)

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