Romont FR
Horrorunfall mit zwölf Toten aus der Schweiz: Lenker fuhr unverantwortlich

Der Unfall, der im März 2016 in Frankreich zwölf Portugiesen aus der Schweiz das Leben kostete, ist direkt auf die unverantwortliche Fahrweise des Lenkers zurückzuführen. Zu diesem Schluss kommt der Ermittlungsbericht. Die Portugiesen waren von Romont FR auf den Weg in die Osterferien in der Heimat.

Drucken
Beim Busunglück starben 12 Menschen. (Archiv)

Beim Busunglück starben 12 Menschen. (Archiv)

Keystone

Ohne die Sichtverhältnisse zu beachten, habe der Lenker des Lieferwagens mit übersetzter Geschwindigkeit überholt, hiess es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht des französischen Untersuchungsbüros für Unfälle zu Lande.

Das Fahrzeug sei in bedenklichem Zustand gewesen. Die Bremsen funktionierten demnach schlecht und die Reifen waren abgefahren. Zudem war der Lieferwagen überladen. Auch der Anhänger war in schlechtem technischem Zustand.

Die Sitze waren in den Lieferwagen eingebaut worden, um ihn zu einem improvisierten Minibus zu machen. Dabei waren Verankerungen mangelhaft oder nicht vorhanden, genauso wie Sicherheitsgurte. Der Fahrer verfügte über keine legale Berechtigung und beachtete keine Vorschriften für den Personentransport.

Die zwölf Passagiere und späteren Opfer wurden gemäss dem Bericht in illegaler und gefährlicher Weise befördert. Unter den Opfern war eine Familie mit einem siebenjährigen Kind.

Der Fahrer, damals 19 Jahre alt, und sein Onkel als Besitzer des Lieferwagens wurden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Nach einem Bericht in der Lokalpresse soll ihnen am 13. Juni der Prozess gemacht werden.

"Strasse des Todes"

Die Opfer, alles Einwohner von Freiburg und Grange-Marnand VD verliessen Romont FR am Abend des 24. April 2016, um Ostern in ihrer Heimat zu feiern. Der Lieferwagen prallte in der Nacht gegen 23.40 auf der Nationalstrasse 79 bei der Gemeinde Montbeugny in Mittelfrankreich frontal in einen Lastwagen.

Das Drama spielte sich auf einem Strassenabschnitt ab, der wegen seiner Gefährlichkeit "Strasse des Todes" genannt wird. Am 8. Januar 2017 verunglückte auf der gleichen Strasse ein Reisecar mit 32 Portugiesinnen und Portugiesen auf der Heimreise aus den Weihnachtsferien nach Romont. Vier Insassen verloren das Leben.

Aktuelle Nachrichten