Hooligans

Hooligan-Kosten sind verrechenbar

Der Kanton darf durch Randalierer verusachte Kosten von den Klubs zurückverlangen: Hooligans.

Hooligan-Kosten sind verrechenbar

Der Kanton darf durch Randalierer verusachte Kosten von den Klubs zurückverlangen: Hooligans.

Das Bundesgerichtsurteil zu den Kosten von Polizeieinsätzen bei Sportanlässen habe «keine Auswirkungen» auf den Kanton Bern, sagt Polizeichef Hans-Jürg Käser.

Samuel Thomi

Nachdem die Bundesrichter im Fall zweier Neuenburger Sportklubs urteilten, dass der Kanton diesen bis zu 80 Prozent der zusätzlichen Aufwendungen gegenüber dem Polizei-Grundbestand in Rechnung stellen dürfe, liess Hans-Jürg Käser (FDP) die Situation für den Kanton Bern zuerst abklären (s. Ausgaben vom 19. sowie 20. März). Offenbar ist jetzt jedoch klar, dass sich das Neuenburger Urteil «nicht einfach so» auf den in den letzten Jahren furch Polizei-Einsätze finanziell arg gebeutelten Sport-Kanton Bern übertragen lässt. Wie Käser gestern im Grossen Rat erläuterte, habe das Lausanner Urteil «vorerst keine Auswirkungen» auf Bern. Auf Fragen Marianne Morgenthalers (Grüne/Richigen) und Jakob Etters (BDP/Treiten) sagte der Polizeidirektor, vorerst brauche es «keine neue Regeln». Sie würden aber «Zeit in Anspruch nehmen». Das gültige Polizeigesetz ermögliche bereits, Gebühren für zusätzlichen Polizei-Aufwand den Veranstaltern in Rechnung zu stellen. In Gemeinden, die Ressourcen-Verträge mit dem Kanton hätten, würden die Kosten darüber abgewickelt und seien von den Gemeinden schliesslich den betroffenen Vereinen in Rechnung zu stellen.

Auf Corrado Pardinis (SP/Lyss) Frage sagte Käser, selbstverständlich unterstützte der Kanton alle Anstrengungen der Vereine, auch via Stärkung der Fan-Arbeit, um Ausschreitungen zu verhindern.
Parlament will Bund belangen
Der gestern ebenfalls diskutierte Schlussbericht zur Euro 08 aus kantonalbernischer Sicht wurde durch alle Fraktionen gerühmt - bis auf die Kostenüberschreitung von rund 800 000 Franken (vgl. Ausgabe vom 24. Januar). Durch angebliche Missverständnisse zwischen Kantons- und Budnesverwaltung wurden beim budgetieren Netto- und Bruttoerträge vertauscht.

Mit 94 zu 24 Stimmen (1 Enthaltung) beauftragte das Kantonsparlament die Regierung, diese Kosten beim Bund einzufordern. Käser betonte, dass das kaum Aussicht auf Erfolg habe. Seine Mitarbeiter hätten das im Stillen schon versucht.

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