Aufklärung

Heute diskutiert der Nationalrat über Holz-Penisse und Plüsch-Vaginas

Umstrittene Initiative: Braucht es Sexualkunde in Kindergarten und Primarschule?

Umstrittene Initiative: Braucht es Sexualkunde in Kindergarten und Primarschule?

Der Nationalrat debattiert heute über die Initiative "zum Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule", auch bekannt als Sexkoffer-Initiative. Besonders bei jungen Eltern im Nationalrät stösst die Initiative aus rechts-konservativen Kreisen auf grosse Ablehnung.

Der Nationalrat hat am Mittwoch die Debatte über die Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» aufgenommen. Die Initianten vertreten die Ansicht, dass die Sexualerziehung Sache der Eltern ist.

Gemäss Initiative soll Sexualkunde in der Schule erst ab dem neunten Altersjahr unterrichtet werden dürfen, "Unterricht zur Prävention von Kindsmissbrauch" wäre aber möglich. Danach soll der Sexualkundeunterricht noch bis zum zwölften Lebensjahr freiwillig sein. Gemäss den Initianten werden die Kinder hierzulande in Kindergärten und Primarschulen "immer häufiger mit Pornografie und Sexualkundeunterricht belästigt".

Den Anstoss zum Volksbegehren gab der sogenannte "Sex-Koffer", der in den baselstädtischen Schulen zur Aufklärung eingesetzt und in der Öffentlichkeit hitzig diskutiert wurde. Im Initiativkomitee sitzen SVP-Parlamentarier wie Toni Bortoluzzi, Oskar Freysinger und Peter Föhn, aber auch der CVP-Nationalrat Jakob Büchler.

Der Bundesrat empfiehlt die Initiative ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung. Er hält den schulischen Sexualkundeunterricht gegen Ende der Primarschule für unverzichtbar, um Kinder und Jugendliche vor sexueller Gewalt, sexuell übertragbaren Krankheiten und unerwünschten Schwangerschaften zu schützen.

Die Initiative, die im Dezember 2013 eingereicht worden war, bekämpft gemäss Bundesrat zudem Ziele, die gar nicht angestrebt würden - weder von den Schulen noch von den Bildungsbehörden. Ausserdem sei die Volksschule Sache der Kantone. Würde die Initiative angenommen, wären die Regeln zum Sexualkundeunterricht hingegen in der Bundesverfassung verankert.

Die Bildungskommission des Nationalrats hat sich ebenfalls gegen das Volksbegehren ausgesprochen - dies mit 17 zu 7 Stimmen. (sda)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1