Im Juni 2009 entging die Schweiz knapp einer Luftfahrtkatastrophe (az berichtete). Dabei prallten beinahe zwei Passagierflugzeuge ineinander, weil eine auszubildende Flugverkehrsleiterin Verständigungsschwierigkeiten mit ihrem Coach hatte.

Nun hat Skyguide Massnahmen getroffen. Als Reaktion auf den Vorfall sind bereits interne Untersuchungen angestellt und entsprechende Massnahmen vollzogen worden – teilweise auch schon vor der Veröffentlichung des BFU-Berichts.

So sei neu eine Headset-Pflicht auch für Instruktoren eingeführt worden, die zuvor nur für Fluglotsen galt, welche an den Radarbildschirmen arbeiteten, wie Skyguide-Sprecherin Maude Rivière gegenüber der «NZZ» bestätigt. Die kritische Situation war damals gemäss Bericht des BFU «mit einiger Wahrscheinlichkeit» darauf zurückzuführen, dass der Instruktor nicht mitbekam, wie die Auszubildende die Sinkflugfreigabe an die Maschine der Air France erteilte. Der Instruktor gab dann, ohne über diese Information zu verfügen, weitere Anweisungen, die zur gefährlichen Situation in der Luft führten.

Seit rund einem Jahr arbeiten die Instruktoren zudem neu neben den angehenden Lotsen an einem eigenen Radarbildschirm und müssen nicht mehr hinter den Auszubildenden stehend deren Arbeit auf einem gemeinsamen Bildschirm überwachen.

Bis Ende 2012 wird ausserdem ein System eingeführt, mit dem auf dem Flughafen Genf schon heute erfolgreich operiert wird. Informationen zu den einzelnen Flugzeugen, wie beispielsweise die Höhe oder Rufzeichen, die bisher auf Papierstreifen aufgezeichnet wurden, werden dann direkt auf dem Radarbildschirm der Fluglotsen dargestellt.

Neu dazukommen soll auch eine Überwachungsfunktion, die berechnet, ob die geplanten Freigaben zu einem Konflikt zwischen zwei Flugzeugen führen könnten. Dieses System soll die Sicherheit noch weiter verbessern. (sha)