Rauchverbot
Gute Nachricht für Raucher: Jetzt gibt es rauchlose Zigaretten am Kiosk

Raucher werden aus Restaurants und Bars verbannt. Nun könnten die Verstossenen ihr Territorium zurückerobern - mit der rauchlosen Zigarette. Diese gibt es jetzt am Kiosk.

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Keystone

Seit diesem Wochenende führt die Kioskbetreiberin Valora als erste Schweizer Detailhändlerin die nikotin- und tabakfreie «Supersmoker».

«Ab sofort gibt es die Neuheit an 550 Verkaufsstellen», sagt Valora-Sprecherin Stefania Misteli gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». Erhältlich ist sie am Kiosk, in Avec- und Press&Books-Shops sowie an Tamoil-Tankstellen.

Produkt in Nachbarstaaten bekannt

In verschiedenen EU-Ländern wie Deutschland und Italien gibt es sie schon. «Das Produkt dient vorwiegend in Situationen der Rauch-Überbrückung als Rauchersatz», sagt Misteli im «Sonntag». Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Abhängigkeit von Zigaretten auch mit Beschäftigungsritualen zusammen hänge.

Das Starterset mit elektronischer Zigarette und Aufladekabel kostet 99.90 Franken. Die Zigarette kann mit dem beigefügten Adapterstecker über die Steckdose oder mit einem UBS-Stecker über den PC aufgeladen werden.

Dazu gibt es Packungen à 39.90 Franken mit je 24 Filtern in drei Geschmacksrichtungen: Menthol, Tabak und Energy. «Ein Filter reicht umgerechnet jeweils für acht richtige Zigarettenlängen», sagt Misteli.

Rauchen ohne zu rauchen

Und wie funktionierts? Valora betitelt die E-Zigarette als revolutionäres High-Tech-Produkt. Darin befindet sich ein leistungsfähiger Akku, eine Steuerungselektronik, ein Verdampfer sowie ein Softfilter mit Aromakapsel.

Durch das Ziehen wird die Steuerungselektronik aktiviert, wodurch der Rauchvorgang automatisch gestartet wird. Rauch entsteht jedoch keiner, da es keine Verbrennung von Tabak gibt. Zu sehen ist stattdessen geruchloser Dampf. «Raucher können jetzt überall, auch in rauchfreien Zonen, ihrer Rauchgewohnheit nachgehen», sagt Misteli.

Weil sie einer normalen Zigarette verblüffend ähnlich ist und rauchähnlicher Dampf entsteht, dürfte die Supersmoker jedoch bei Restaurant-Gästen oder Zugfahrern zu Beginn für rote Köpfe sorgen.

Kinder bekommen das Produkt nicht

Kinder könne die neue E-Zigi nicht kaufen. Valora hält sich freiwillig an das Gesetz, welches bei echten Zigaretten gilt. Je nach Kanton muss man also mindestens 16 oder 18 Jahre als sein. «Das Bundesamt für Gesundheit und die kantonalen Behörden haben im September die Supersmoker für den Schweizer Markt freigegeben», sagt Stefania Misteli.

Bei der Lungenliga Schweiz ist man trotzdem «skeptisch, da die genauen Inhaltsstoffe nicht deklariert sind», sagt Sandra Lehmann, Projektleiterin Prävention gegenüber dem "Sonntag". Misteli beschwichtigt: «Es handelt sich ausschliesslich um Lebensmittelaromen, die strengen Kontrollen unterliegen.» (muv)

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