Diplomatie

Guatemala bedauert Schliessung von Schweizer Botschaft

Der guatemaltekische Aussenminister Harold Caballeros (l.) und Bundesrat Didier Burkhalter in Bern

Der guatemaltekische Aussenminister Harold Caballeros (l.) und Bundesrat Didier Burkhalter in Bern

Der guatemaltekische Aussenminister Harold Caballeros hat bei einem Arbeitsbesuch bei Bundesrat Didier Burkhalter in Bern die bevorstehende Schliessung der Schweizer Botschaft in seinem Land bedauert. Die Regierung Guatemalas hofft, dass die Schweiz auf diesen Entscheid zurückkommt.

Guatemalas Präsident habe einen Brief mit dieser Bitte an den Bundesrat geschickt, sagte Caballeros am Montagabend bei einem Mediengespräch in Bern. Die Schweiz und Guatemala pflegten seit über 100 Jahren diplomatische Beziehungen. "Wir möchten diese unbedingt aufrechterhalten", sagte Caballeros.

Guatemala unternehme nun seinerseits Anstrengungen, eine Botschaft in Bern zu eröffnen, sagte Caballeros weiter. Für den Anfang soll ab kommendem Herbst ein Wirtschaftsbeauftragter in der Schweiz eingesetzt werden. Die Vertretung des zentralamerikanischen Landes war in den 80er-Jahren geschlossen worden. In der Schweiz leben rund 120 Guatemalteken.

Zusammenarbeit nicht gefährdet

Die Interessen der Schweiz nach der Schliessung der Botschaft in Guatemala-Stadt werden ab Mitte 2013 von der Vertretung in San José in Costa Rica aus sichergestellt, wie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Montag mitteilte.

Die Zusammenarbeitsprogramme mit Guatemala seien durch die Botschaftsschliessung nicht gefährdet, hält das EDA fest. Die Aktivitäten der Abteilung Menschliche Sicherheit (AMS) und der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) würden weitergeführt. Konkret geht es um die Projekte zur Katastrophenverhütung sowie Wasser- und Ernährungssicherheit.

Weiter besprach Aussenminister Burkhalter mit seinem Amtskollegen internationale Angelegenheiten. Der Schwerpunkt lag auf den Prioritäten Guatemalas als derzeitiges Mitglied im UNO-Sicherheitsrat. Darüber hinaus wurde die Sicherheitslage in Zentralamerika erörtert, insbesondere das Drogenproblem.

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