Delegiertenversammlung

Grüne in Wahlwonnen

Wiedergewählt: Präsidentin Iris Schelbert. (Archiv)

Iris Schelbert

Wiedergewählt: Präsidentin Iris Schelbert. (Archiv)

«Never change a winning team»: Nachdem die Grünen Wahlerfolg an Wahlerfolg gereiht haben, hat die Parteiführung mit Präsidentin Iris Schelbert Lust auf mehr. Die Generalversammlung der Grünen Kanton Solothurn wählte sie für ein weiteres Jahr.

Christian von Arx

Eine Parteiversammlung mit 25 Personen: Da wähnt sich der Besucher nicht unbedingt am Siegesfest einer Kantonalpartei, die gerade die Wahlen gewonnen hat. Aber so ist es nun mal. Die Grünen sind noch immer eine kleine Partei, die Arbeit ruht auf wenigen Schultern. In der Gunst des Wählervolks aber stehen sie derzeit hoch.

Bei den Nationalratswahlen 2007 hatten sie mit Brigit Wyss einen von sieben Solothurner Sitzen ergattert. Der Höhenflug hielt auch bei den Kantonsratswahlen vom 8. März an: Die Grünen gewannen zwei Sitze dazu und können mit sechs Abgeordneten wieder eine eigene Fraktion bilden. Den Wähleranteil haben sie um 2 Prozent gesteigert - mehr als jede andere der schon zuvor im Kantonsrat vertretenen Parteien. Dabei gilt es die Relationen zu wahren: Neu vertreten die Grünen 6,5 von 100 Wählenden. Auch bei den Gemeinderatswahlen vom Mai gewannen die Grünen da und dort Sitze dazu - und in Olten ziehen sie mit Iris Schelbert gar erstmals in den fünfköpfigen Stadtrat ein. Einen Dämpfer gabs in Däniken, wo der Gemeinderatssitz verloren ging - «das Niederamt ist eben ein schwieriges Gebiet für uns Grüne», kommentierte Schelbert. Doch am Donnerstag tagte die Generalversammlung der kantonalen Grünen an einer Stätte des Triumphs: Im Parlamentssaal im Oltner Stadthaus. Auch wenn die Grünen nur die Hälfte der vorhandenen Sessel drückten.

Sonst meist für ausufernde Debatten gut, hörten sich sich die grünen GV-Teilnehmer diesmal andächtig die Wahlanalyse von Hansruedi Meyer (Derendingen) an. Mit farbigen Grafiken machte er die Erfolgsbilanz augenfällig; Grün stach heraus. Die wonnevolle Mär reizte nicht zum Widerspruch.

Das Himmelbett konsolidieren

«Von einer eigenen Kantonsratsfraktion habe ich acht Jahre lang geträumt», gestand Parteipräsidentin Iris Schelbert. Was die Grünen jetzt erreicht hätten, sei für sie so etwas wie der «Präsidiumshimmel». Das möchte sie nun «noch ein bisschen konsolidieren». Ihre Wahl in den Stadtrat nahm sie also nicht zum Anlass, das kaum sonderlich begehrte Parteiamt niederzulegen. Die Generalversammlung bestätigte Schelbert denn auch mit Applaus als Präsidentin, ebenso den neuen Kantonsrat Felix Lang (Stüsslingen) als Vize.

«Never change a winning team»: Unter diesem Motto stellten sich auch alle bisherigen Vorstandsmitglieder zur Wiederwahl. Es sind dies, neben Schelbert und Lang, Nationalrätin Brigit Wyss (Solothurn), Kassier Urs Riesen (Horriwil), die Fraktionspräsidentin im Kantonsrat Barbara Wyss (Solothurn), Elias Niklaus (Stüsslingen) und Doris Häfliger (Zuchwil). Zusätzlich wurden Daniel Urech, neugewählter Gemeinderat in Dornach, und Felix Glatz-Böni (Bellach) neu in den Vorstand gewählt. Parteisekretärin ist Birgit Schwab (Olten). Ihr Pensum wurde vor einem Jahr auf 30 Prozent erhöht; daneben ist sie zu 20 Prozent als persönliche Mitarbeiterin von Nationalrätin Wyss tätig.

Künftig auch im Regierungsrat?

Im Budget 2009 erhöht sich der Umsatz im Parteihaushalt gegenüber 2008 von rund 30 000 auf 56 000 Franken, was vor allem dank des neuen Beitrags für die Kantonsratsfraktion möglich wird. Noch ergiebiger wäre wohl die Mandatsabgabe eines grünen Regierungsratsmitglieds: Wie Iris Schelbert im Jahresbericht bestätigte, wollen die Grünen eine Kandidatur aufbauen für den Fall einer Vakanz während der laufenden Amtsperiode.

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