Herznach

Grossbrand verursacht zwei Millionen Sachschaden – so reagierten die Mitarbeiter auf das Drama

Grossbrand in Herznacher Geschenkbandfabrik fordert ein Todesopfer

Grossbrand in Herznacher Geschenkbandfabrik fordert ein Todesopfer

Laut Polizei deute vieles darauf hin, dass eine Mitarbeiterin der Geschenkbandfabrik den Brand legte und so Suizid beging.

Die Aargauische Gebäudeversicherung hat eine erste Grobschätzung des Schadens bei der Spyk Bänder AG vorgenommen. Mitarbeiter reagierten betroffen auf die Brandursache.

Ein Tag nach dem Brand bei der Spyke Bänder AG beginnen die Aufräumarbeiten an der Herznacher Hauptstrasse. Der Brand forderte eine weibliches Todesopfer. Ein Bagger beseitigt derzeit auf dem Firmengelände den Bauschutt, der durch den Abriss des Dachgeschosses angefallen ist.

Laut Fiona Strebel, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, konnte die Verstorbene, die in der Nacht auf Montag den Brand gelegt hatte, identifiziert werden. «Die Ermittlungen sind am Laufen. Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen geben wir keine weiteren Auskünfte», sagt Strebel.

Derzeit versucht das Unternehmen, die Produktion wieder aufzunehmen. «Die Stromversorgung und die Belüftung funktionieren wieder», sagt Andreas Schmid, Teilhaber und Co-Geschäftsleiter. Derzeit werde eruiert, inwieweit die Produktionsmaschinen aufgrund des Russbefalls gereinigt werden müssen. Davon ist auch die Wiederaufnahme der Produktion abhängig.

«Der Gemeinderat hat nach dem Vorfall sofort seine Anteilnahme gezeigt und uns den Gemeindesaal am gleichen Tag zur Verfügung gestellt, in dem wir unsere Mitarbeiter informierten», sagt Schmid.

Mitarbeiter waren betroffen

Die Mitarbeiter hätten betroffen und emotional reagiert, zum Schluss jedoch auch sehr gefasst. Bei der Besprechung war ein Care-Team vor Ort. Aufgrund der emotionalen Betroffenheit habe das Unternehmen denjenigen Personen, die momentan die Produktion vorbereiten, freigestellt, ob sie schon wieder arbeiten wollen.

«Alle, die wir angefragt haben, sind jedoch erschienen», sagt Schmid. Die Angestellten wurde bei einem Rundgang auf die Risiken aufmerksam gemacht – ihnen wurden diejenigen Bereiche des Gebäudes gezeigt, die sie nicht betreten dürfen, weil diese einsturzgefährdet sind.

Laut Schmid wurde ein altes Lager völlig zerstört. Er schätzt den Schaden allein dafür auf rund 500'000 Franken. Bei einem anderen Lager muss noch geklärt werden, ob die dort vorhanden Materialen aufgrund des Geruches noch verwertbar sind. «Keiner kauft Geschenkpapier, das nach Rauch riecht» sagt Schmid.»

Ein Sachverständiger der Aargauischen Gebäudeversicherung gibt der AZ später Auskunft über seine erste Grobschätzung der Schadenssumme bei der Spyk Bänder AG. Diese beträgt laut Christina Troglia, Generalsekretärin der Versicherung, rund 2 Millionen Franken. Ob der Schaden von der Aargauischen Gebäudeversicherung reguliert wird, steht noch nicht fest. «Falls ein Schaden durch eine Person verursacht wird, die im betroffenen Unternehmen angestellt ist, muss dies zuerst juristisch abgeklärt werden», sagt Troglia.

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