Daniel Haller

«Das Gewerbe von der Rünenbergstrasse umsiedeln.» Diese Meinungsäusserung an der Ergebniskonferenz in Gelterkinden zeigt: Die heutige Generation ist mit der Zonenplanung der vorderen nicht einverstanden. Um solche Fehlentscheide zu vermeiden, wie eben eine Gewerbezone, deren Lastwagenverkehr durchs Dorf muss, hat Gelterkinden im Januar eine Zukunftskonferenz abgehalten (bz vom 19. Januar), an der 195 Personen aktiv Wünsche für die Zukunft des Dorfes diskutierten. Für die Auswertung der Ergebnisse am Donnerstagabend hatten sich noch 150 Personen angemeldet und letztlich fanden rund 100 trotz des schönen Sommerabends den Weg in die Mehrzweckhalle.

Rückblick auf die Zukunftskonferenz

Die Diskussion fand wieder in Kleingruppen statt, die ihre Ergebnisse anschliessend im Plenum darlegten. In einer ersten Runde diskutierten die vorwiegend älteren Anwesenden die an der Konferenz im Januar gefundenen Kernthemen nochmals: Begegnungszone, Jugend, Standortmarketing, Schulkonzept, Regionalkommission und alternative Energien.

«Die Begegnungszone darf nicht so werden wie in Sissach», hiess es in der Auswertung beispielsweise. Oder das Standortmarketing dürfe sich nicht auf das Gewerbe beschränken, sondern müsse auch die Wohnqualität hervorheben. Und bei den Alternativenergien solle die Gemeinde selbst mit gutem Beispiel vorangehen. Keine Diskussion löste hingegen das Stichwort Regionalkonferenz aus: Dass Gelterkinden ein regionales Zentrum ist, das mit Nachbarn zusammenarbeitet, scheint unumstritten.

Erstes Etappenziel der Ortsplanung

Als «Kür der Ortsplanung» bezeichnet Gemeinderat Roland Laube das anschliessend verteilte Konzept der räumlichen Entwicklung (KRE). Dieses lege aus der Vogelschau die Strategie der Gemeinde fest, ohne sich um Details zu kümmern, die später in den konkreten Zonen-, Nutzungs- und Verkehrsplänen konkretisiert werden.

Das KRE versucht, Ziele der Siedlungs- und Landschaftsentwicklung, die Verkehrsbedürfnisse, den Umweltschutz und die nur begrenzt vorhandenen Mittel für die nächsten 15 bis 20 Jahre in einen Zusammenhang zu stellen. Das KRE ist von der Planungskommission der Gemeinde und der Firma Planteam S erarbeitet worden. In der vorliegenden Fassung, die in der Gemeindeverwaltung erhältlich ist, stehen die Inputs aus der Zukunftskonferenz im Januar als Einleitung bei jedem Kapitel. Laube wies aber darauf hin, dass nicht alles berücksichtigt werden konnte.

Da die Teilnehmer der Ergebniskonferenz das Konzept in der kurzen Zeit nicht tiefgreifend studieren konnten, ergab die Diskussion in den Gruppen ein Stimmungsbild aus dem Bauch heraus: So fand das KRE-Kapitel Landschaft praktisch nur Zustimmung. KRE-Aussagen zu Themen wie Verkehr, Gewerbe oder Dorfzentrum lösten hingegen sowohl Zustimmung als auch Fragen und Kritik aus.

Die weiteren Schritte

Die Ergebniskonferenz war der Auftakt zum Mitwirkungsverfahren. Dazu befindet sich ab 29. Juni auch das Protokoll der Konferenz auf der Gemeindewebsite. Bis zum 31. August kann die Bevölkerung zum KRE Entwicklung schriftlich Ideen und Einwände bei der Gemeindeverwaltung einreichen. Dann wird das KRE überarbeitet und Ende Oktober soll es im Gemeinderat beschlossen werden. Darauf basierend geht man anschliessend an die Planung der detaillierten Zonenpläne, zu denen dann die Bevölkerung wiederum Stellung nehmen kann.