Corona-Virus

Freude über Corona-Schulfrei, aber was ist mit den Prüfungen?

Jessica (17) aus Reinach sieht der schulfreien Zeit kritisch entgegen.

Jessica (17) aus Reinach sieht der schulfreien Zeit kritisch entgegen.

Lehrlinge und Schüler reagieren verhalten positiv auf die Schulschliessung. Eine Sorge treibt besonders die Lehrlinge um.

Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga spricht noch vor der Presse, da haben die Schüler der 4. Klasse der Alten Kantonsschule Aarau bereits über die Push-Nachricht auf dem Smartphone erfahren, dass ihre Schule künftig geschlossen bleibt.

«Im ersten Moment hatte ich Freude, weil wir nun mehrere Wochen frei haben», sagt der 20-jährige Moritz aus Murgenthal AG. «Gleichzeitig ist es scheisse, weil wir vor unserer Abschlussprüfung stehen. Wir hätten in den nächsten Wochen noch wichtige Prüfungen.»

Nun hofft er, dass wenigsten diese Tests stattfinden können. Wichtige Prüfungen können unter der Einhaltung von Sicherheitsmassnahmen weiterhin stattfinden.

«Schade», «schwierig», «mühsam»: Gedanken, Anliegen und Befürchtungen von Schülern nach der vom Bund verordneten Schulschliessung

«Schade», «schwierig», «mühsam»: Gedanken, Anliegen und Befürchtungen von Schülern nach der vom Bund verordneten Schulschliessung

Neben Moritz steht die 19-jährige Sina aus Witnau AG. Sie hat schon Erfahrung gemacht mit Unterricht über das Internet. Als eine Lehrerin letzte Woche Erkältungssymptome hatte, blieb sie zuhause und unterrichtete über eine Chat-Plattform.

Die Lehrerin lud Aufgaben hoch, die Schüler schickten ihre Lösungen. «Das hat mir nicht so gut gefallen, weil man bei Fragen nicht einfach den Sitznachbarn kurz anstupsen kann, sondern immer direkt die Lehrerin anschreiben muss», sagt sie. Und da liege die Hemmschwelle höher. Marco, 20, ergänzt, dass die Lösungen per Whatsapp kursierten.

Lehrlinge befürchten, dass sie in der Freizeit büffeln müssen

Auch die Lehrlinge müssen künftig nicht mehr zur Berufsschule. In der Rauchpause trifft man sie über die Smartphones gebeugt vor dem Schulhaus in der Aarauer Telli.

Die Malerin Jessica, 17, ist im ersten Lehrjahr. «Wir befürchten nun, dass wir in den Lehrbetrieb müssen statt in die Schule und dann am Wochenende den Stoff in unserer Freizeit nachholen müssen.» Mit Lernen über das Internet hat sie noch keine Erfahrung gemacht. «Es wird wohl mühsamer, wenn man etwa Fragen hätte an den Lehrer.»

Ihr Malerkollege Sathuyen, 17, findet es schade, dass Schule abgesagt wird. «Zuhause zu lernen finde ich schwierig.»

Sowohl die befragten Kantonsschüler als auch die Lehrlinge zeigen Verständnis für die Massnahme des Bundesrates. Die Gefahr, sich anzustecken sei einfach zu gross. Repräsentativ für die Haltung der Befragten sagt Malerlehrling Sathuyen: «Ich habe keine Angst vor dem Virus, aber wenn wir dann unsere Eltern und Grosseltern anstecken, dann ist das sehr gefährlich.»

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