Unfall-Video
Eiskreisel-Filmer rechtfertigt sich: «Ich habe die Polizei informiert»

Reihenweise gingen sie ihm in die Falle, die Autofahrer, die im spiegelglatten Thurgauer Talbachkreisel ins Schleudern gerieten. Tausende haben das Video gesehen, für den Unfallreporter hagelte es Kritik.

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Ein Auto nach dem anderen gerät ins Schleudern, einige kommen erst auf einer Verkehrsinsel zum Stehen, Stangen und Kisten werden umgefahren.

Der Talbachkreisel in Frauenfeld wurde durch diese Szenen jüngst in der ganzen Schweiz bekannt.

In der Nacht auf Sonntag verwandelte er sich in eine einzige Eisfläche. Der Unfallreporter Beat Kälin hielt das Eisballett mit seiner Kamera fest – rund 300 000 Leute haben das Video bisher gesehen – und heiss diskutiert. Für den Thurgauer Reporter hagelte es Kritik.

«So etwas müsste man bestrafen!»

Auch unsere Leser haben einen entsprechenden Artikel kommentiert. «Anstatt genüsslich zu filmen hätte Her Kälin auch die Autofahrer warnen und die Polizei benachrichtigen können», hiess es da etwa. Oder: «Das ist unsere Welt: Anstatt zu helfen (warnen) wird gefilmt. So etwas müsste man bestrafen!»

«Ich habe als erstes die Polizei informiert»

«Tele Züri» hat den Filmer getroffen. Er ist in jener Nacht selbst in den spiegelglatten Kreisel gefahren. Er rechtfertigt sich: «Ich habe als erstes die Polizei informiert, bevor ich die Kamera ausgepackt habe.» Das bestätigt auch die Kantonspolizei Thurgau.

Spontan selbst einzugreifen, das sei aber nicht möglich gewesen, so Beat Kälin. «Der Talbachkreisel ist der meistbefahrene Kreisel in Frauenfeld, er hat fünf Ein- und Ausfahrten. Da als Einzelperson den Verkehr zu regeln wäre schwierig gewesen.»

Bremsen statt salzen

Am Winterdienst-Konzept will die Stadt Frauenfeld laut «Tele Züri» trotz der Unfallserie nichts ändern – bei vereisten Strassen müssten die Verkehrsteilnehmer schlicht und einfach das Tempo drosseln, um Unfälle zu vermeiden. (smo)

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