Bildung

Ein Sozialplan für Kantilehrer

Sek 1: Die Abschaffung des «Untergymi» führt zu Personalabbau.

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Sek 1: Die Abschaffung des «Untergymi» führt zu Personalabbau.

Mit der Abschaffung des Untergynasiums werden ab Schuljahr 2010/11 einige Kantilehrer ihre Stelle verlieren. Die Regierung wird einen Sozialplan vorlegen.

Marco Zwahlen

«Sozialplan; Aufhebung der Untergymnasien an den Kantonsschulen Olten und Solothurn» - so der Titel eines Geschäfts der Regierungsratssitzung nächsten Dienstag. Dahinter verbirgt sich eine Auswirkung der Sek-I-Reform. Ab Schuljahr 2011/12 werden die Untergymnasien an den beiden Kantonsschulen definitiv aufgehoben und an neun Sek-P-Standorten - inklusive den Kantonsschulen - der progymnasiale Unterricht eingeführt (wir berichteten). Da Schüler abwandern, haben die Kantonsschulen zuviele «Untergymi»-Lehrkräfte. Die «Überzähligen» aber können nicht automatisch an einem der P-Standorte ausserhalb der Kantonschulen unterichten, da dort primär die Bez-Lehrer der Standortschulgemeinden zum Einsatz kommen.

Entwurf des Arbeitgebers

Bereits ab dem Übergangsschuljahr 2010/2011 wird die Reform für Kantilehrer Auswirkungen haben. Aufgrund von Modellrechnungen ist davon auszugehen, dass es zu einem Stellenabbau respektive gar Entlassungen kommt. Dies bestätigen auf Anfrage Andreas Brand vom Amt für Berufsbildung, Mittel-, und Hochschulen sowie Walter Stäheli, Chef Personalamt. Beim Sozialplan handelt es sich um den Entwurf des Arbeitgebers. Stimmt die Regierung diesem zu, geht der Entwurf in die GAV(Gesamtarbeitsvertrag)-Kommission zur Verhandlung mit den Personalverbänden. Entsprechend ist auch noch nichts über den Inhalt in Erfahrung zu bringen.

Mit dem Sozialplan kommt der Staat dem Staatspersonalgesetz nach. Demnach erlässt der Regierungsrat «einen Sozialplan, wenn infolge wirtschaftlicher oder betrieblicher Massnahmen grösseren Personalbeständen gekündigt werden muss.»

Olten stärker betroffen

«Mit dem Sozialplan kommt die Regierung unserer alten Forderung aus dem Jahre 2004 nach», so André Müller, Präsident des Solothurner Kantonsschullehrerverbandes. Schon damals habe der Verband im Hinblick auf die Sek-I-Reform und deren Auswirkungen Berechnungen gemacht. Formell laufe daher alles korrekt, so Müller. Mit den politischen Entscheiden der Regierung - Bewilligung zusätzlicher Standorte, auf sechs Jahre befristete Bewilligung, Latein als Wahlpflicht- statt Pflichtfach - hadert der Verband aber noch
immer.

Laut Müller sind an den Kantonsschulen die Berechnungen bezüglich Personalauswirkungen fast abgeschlossen. Er geht aufgrund der Dichte der P-Standorte im unteren Kantonsteil davon aus, dass die Auswirkungen an der Kanti Olten grösser seien als an jener in Solothurn. Eine «Einschätzung», die Andreas Brand bestätigt.

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