Die ZKB richtet für ihren 150. Geburtstag im Jahre 2020 mit der ganz grossen Kelle an. Das zeigte sich schon bei der aufwendigen Präsentation der Pläne gestern vor den Medien. Sowohl die drei vom Parlament gewählten Bankpräsidenten als auch der Vorsitzende der Generaldirektion gaben sich die Ehre und stellten das dreiteilige Geburtstagsgeschenk ans Volk vor: ein Erlebnisgarten auf der Landiwiese, eine digitale Zeitreise zur ZKB-Geschichte und – das spektakulärste und aufwendigste – eine temporäre Seilbahn über den Zürichsee.

«Die Seilbahn war das bestgehütete Geheimnis der letzten neun Monate», sagte CEO Martin Scholl. Da seit Monaten viele Personen in die Vorbereitungsarbeiten involviert sind, ist es tatsächlich aussergewöhnlich, dass die Geheimhaltung gelang.

Seequerende Seilbahn der Landi

Seequerende Seilbahn der Landi

Einsteigen, bitte und die kurze Reise in die Vergangenheit geniessen!

Der Planungsstand: Die Seilbahn soll 1,4 Kilometer lang sein. Vorgesehen sind die beiden Endstationen am Zürichhorn und auf der Landiwiese. Im See sind gemäss Skizze zwei 77 Meter hohe Masten von «tänzerischer Eleganz» (Scholl) geplant. Die Bahn soll mit mindestens 14 Gondeln bestückt sein, in der je 35 Personen Platz haben. Rund 2000 Personen könnten pro Weg und Stunde befördert werden.

Ticket 5 bis 15 Franken

Die Bahn soll maximal fünf Jahre, von 2020 bis 2025, in Betrieb sein und danach wieder abgebaut werden. Fahren soll sie von 10 bis 19 Uhr, im Sommer bis 22 Uhr. Gratis bietet die ZKB die Fahrt aber nicht an. Sie rechnet mit Ticketpreisen zwischen 5 und 15 Franken, um damit die Selbstkosten zu decken. Die Investition beziffert sie auf 40 bis 60 Millionen Franken.

Um die Seilbahn betreiben zu können, ist ein Eintrag im regionalen Richtplan nötig. Ein solcher liegt nun vor, gilt allerdings nur für die fünfjährige Betriebszeit. Bemerkenswert ist, dass der Regierungsrat Seilbahnen auf Stadtgebiet sonst nicht erlaubt. Er machte für dieses Projekt aber eine Ausnahme.

«Für die Seilbahn werden weder Parkplätze gebaut noch Bäume gefällt», beschwichtigte Jörg Müller-Ganz, Präsident des Bankrates. Man hofft bei der ZKB, dass die Besucher mit dem öffentlichen Verkehr an- und abreisen. Die Kapazität für die bis zu 1,9 Millionen Seilbahn-Gäste sei beim öV vorhanden.

ErlebnisGarten der Zürcher Kantonalbank: Unser Ort der Begegnung auf der Landiwiese

Ein Überblick über das Projekt Landiwiese.

Im Rahmen ihres 150-Jahr-Jubiläums plant die Zürcher Kantonalbank im Jubiläumssommer 2020 einen ErlebnisGarten auf der Landiwiese. Es soll ein Ort der Begegnung entstehen – für Jung und Alt, für Gespräche und Zusammensein, Unterhaltung, Spiel und Sport. Angedacht sind eine Parklandschaft, ein Kultur-Pavillon, hängende Gärten mit Schweizer Pflanzen, Plätze zum Arbeiten und zum Spielen. Zudem soll die interaktive Ausstellung ZeitReise hier ihre Geschichten aus 150 Jahren erzählen.

Historische Vorbilder

Die Bank hatte für ihre Seilbahnidee zwei historische Vorbilder: Die Landi-Bahn von 1939 und die Seilbahn der Gartenbauausstellung von 1959. Bei Letzterer dauerte es von der Idee bis zum Betrieb nur 13 Monate. Für das aktuelle Projekt hat die ZKB 42 Monate eingeplant.

Wie reagieren Politik und Ämter auf die Seilbahn? «Es gibt nur eine Reaktion: Begeisterung», sagte Müller-Ganz. Die ZKB-Bosse liessen an der Präsentation Statements von Stadtpräsidentin Corine Mauch (SP) und Regierungspräsident Markus Kägi (SVP) einspielen.

Mauch: «Ich bin überrascht, aber die Idee ist faszinierend und passt zu Zürich.» Und Kägi: «Das Projekt strahlt Pioniergeist aus.» Laut den ZKB-Chefs sind rund 50 Interessensverbände, unter ihnen Quartiervereine, in die Pläne einbezogen worden: «Die Reaktionen waren neutral bis begeistert», sagte Scholl. Ob es so bleibt, wird der weitere Planungsprozess zeigen, bei dem Einsprachen möglich sind. Die ZKB hofft auf eine Baubewilligung bis 2019.

Spezieller Garten

Etwas im Schatten der Seilbahn steht der Erlebnisgarten auf der Landiwiese. Offen sein soll er 45 bis 60 Tage im Jubiläumssommer 2020. Auf 10 000 bis 15 000 Quadratmetern soll ein Ort zum Verweilen, Innehalten und Geniessen entstehen. Geplant sind eine Parklandschaft, ein Kultur-Pavillon, hängende Gärten mit Schweizer Pflanzen, Plätze zum Arbeiten und spielerische Einrichtungen.