Kommentar

Die Strafverfahren gegen Michael Lauber und Gianni Infantino sind überfällig

Wegen seinen Treffen mit Gianni Infantino droht Lauber nun ein Strafverfahren.

Wegen seinen Treffen mit Gianni Infantino droht Lauber nun ein Strafverfahren.

Bundesanwalt Michael Lauber, Fifa-Chef Gianni Infantino und der Walliser Staatsanwalt Rinaldo Arnold sehen sich wegen der ominösen «Schweizerhof»-Treffen mit Strafverfahren konfrontiert.

Michael Lauber, bald gewesener Bundesanwalt, traf sich mehrmals ausserhalb des Protokolls mit Fifa-Chef Gianni Infantino. An eines der Treffen im «Schweizerhof» können sich die mindestens vier Teilnehmer angeblich nicht mehr erinnern.

Diese Amnesie ist «abwegig», unglaubhaft, wie kürzlich auch das Bundesverwaltungsgericht urteilte. Es muss vermutet werden, dass im Nobelhotel Ungebührliches passierte.

Jetzt will Stefan Keller, Sonderermittler des Bundes, der Sache auf den Grund gehen und zu diesem Zweck Strafverfahren eröffnen. Der Obwaldner Richter rettet mit diesem Schritt vom Ruf der Bundesstrafjustiz, was noch davon zu retten ist. Endlich wird untersucht, was längst hätte untersucht werden müssen.

Lauber hat mit den «Schweizerhof»-Treffen gigantischen Schaden an der Schweiz und ihrer Justiz angerichtet. Er hat Strafverfahren ruiniert, er hat hohe Kosten generiert. Lauber war nicht allein, er wurde begleitet von anderen Exponenten seiner Behörde. Das macht das Versagen noch grösser und erschreckender.

Infantinos Ruf ist angeschlagen, auch er steht unter Verdacht, mit Lauber gekungelt zu haben, um Gegenspieler wie Blatter oder Platini schachmatt zu setzen. Mag sein, dass auch er Opfer von Laubers Nichtprotokollierung wurde. Wenn er aber unschuldig ist, wie er sagt, dann erhält er jetzt Gelegenheit, dies in der Strafuntersuchung glaubwürdig darzulegen.

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