Spitzenbeamter

Die letzte Botschaft von «Mister Corona»: Das hat Daniel Koch dem Land vor seiner Pensionierung noch zu sagen

Mister Coronavirus Daniel Koch geht endgültig in Pension

Daniel Koch geht endgültig in Pension. Wie es ihm damit geht, plötzlich auf der Strasse erkannt zu werden und wie er von nun an seine Zeit verbringt, verrät er im Interview mit Keystone-SDA.

Bis Ende Februar war Daniel Koch ein unbekannter Spitzenbeamter. Jetzt kennt ihn das ganze Land. Heute hatte er seinen letzten Auftritt. Das sind seine wichtigsten Botschaften.

Und plötzlich war da. Es war Ende Februar, Anfang März, als ein kahlköpfiger Mann aus den Tiefen des Berner Verwaltungsapparats auftauchte: Daniel Koch, Leiter übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit, 64 Jahre alt. Und eigentlich ganz kurz vor der Pensionierung.

Doch dann kam Corona. Und alles war anders. Das Land brauchte Antworten. Koch hatte sie zwar auch nicht immer. Aber er bemühte sich. Und weil er dabei zwar nicht immer richtig lag, aber stets den Ton traf, wurde er blitzschnell zum berühmtesten Beamten, den das Land je gesehen hat. «Herr Koch», wie er bald nur noch hiess, reiste durchs Land, oft an der Seite von Gesundheitsminister Alain Berset. Stand Rede und Antwort, phasenweise fast täglich. Und wurde dabei beinahe so etwas wie ein achter Bundesrat.

Seine Pensionierung zögerte der Bundesrat hinaus, indem er für Koch kurzerhand die Rolle des «Delegierten des Bundesamts für Gesundheit für Covid-19» erfand. Damit ist es nun vorbei. Heute hat Koch seinen letzten Arbeitstag, und das ist auch ein Ausdruck davon, wie gut die Schweiz das Coronavirus in den Griff bekommen hat.

Bei seinem letzten Auftritt im Medienzentrum des Bundes, das für ihn so etwas wie ein zweites Wohnzimmer geworden ist, hatte Koch noch einmal das Wort.

Zum Beispiel dazu, wie es war, plötzlich im Rampenlicht zu stehen.

Dazu, wie er diese Zeit in Erinnerung behalten wird.

Dazu, wie er mit dem massiven Druck umgegangen ist und ob es auch einmal schlaflose Nächte gab.

Dazu, ob er eine Erklärung dafür hat, warum die Schweiz das Virus so gut und so schnell in den Griff bekommen hat, dass manche Lockerung früher möglich war als ursprünglich geplant.

Dazu, was er jetzt machen will.

Und schliesslich: Dazu, was er dem Volk noch als letzte Botschaft mitgeben will, bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet.

Autor

Dominic Wirth

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