Atomausstiegsinitiative

Die Geschichte der Schweizer Atomkraft: Fukushima brachte die Kehrtwende

Die Geschichte der Schweizer Atomkraft reicht zurück bis zum Zweiten Weltkrieg. (Archiv)

Die Geschichte der Schweizer Atomkraft reicht zurück bis zum Zweiten Weltkrieg. (Archiv)

Seit dem Zweiten Weltkrieg setzt die Schweiz auf Kernenergie. Vor rund neun Jahren wollte der Bundesrat noch neue Atomkraftwerke bauen - bis die Katastrophe von Fukushima 2011 alles veränderte.

Am Sonntag stimmen wir über die Volksinitiative «Für den geordneten Ausstieg aus der Atomenergie» ab. Die Initiative fordert, dass bis im Jahr 2029 alle AKWs heruntergefahren werden. Bereits im nächsten Jahr müssten Beznau 1, Beznau 2 und Mühleberg vom Netz. 

Geschichte der Schweizer Atomkraft

Wenn die Initiative angenommen werden sollte, schalten wir das letzte AKW 2029 ab - also exakt 60 Jahre nach dem Reaktorunfall in Lucens. Damals wollte die Schweiz noch eigene Reaktoren entwickeln. Nach dem Unfall kam Bundesbern aber von dieser Idee ab.

Zwischen 1969 und 1984 wurden fünf Atomkraftwerke in Betrieb genommen. Wäre die nukleare Katastrophe in Tschernobyl (1986) nicht passiert, würde heute wohl auch in Kaiseraugst ein AKW stehen. Wegen zahlreichen Protesten wurde diese Idee zwei Jahre nach dem Unglück in der Ukraine fallen gelassen. 

Trotzdem hielt der Bundesrat grundsätzlich an der Kernenergie fest. 2007 gab er bekannt, alternde AKWs ersetzen und durch neue ergänzen zu wollen.

Erst die Katastrophe von Fukushima 2011, als ein Erdbeben einen Tsunami auslöste, welcher das Atomkraftwerk in Japan stark beschädigte, liess den Bundesrat von seiner Idee abkommen, neue AKWs zu bauen. 

Ausstieg aus der Atomenergie?

Ausstieg aus der Atomenergie?

Sollen die Schweizer AKWs früher vom Netz? Ende Monat entscheiden wir über die Atomausstiegs-Initiative. Die grosse Atomausstiegsdebatte mit Befürworter und Gegner.

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Autor

Nicola Imfeld

Nicola  Imfeld

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