Kommentar

Der Sponsor-Flop ist ein Imageschaden mit Folgen

Sven Altermatt
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Private sollten die Hälfte des Schweizer Expo-Pavillons in Dubai finanzieren. Doch das Ziel wird verfehlt. Es bleibt ein Imageschaden.

Mittendrin statt nur dabei: Die Schweiz war der erste Staat, der seine Teilnahme an der Weltausstellung 2020 in Dubai zugesagt hat. Geradezu ideal sei die Expo im Emirat, um die Schweiz und ihre Errungenschaften zu vermarkten. Die Verantwortlichen im Aussendepartement liessen keine Zweifel aufkommen: Es dürfte ein Leichtes werden, Sponsoren für den 15 Millionen Franken teuren Pavillon aufzutreiben. Private sollten die Hälfte der Kosten übernehmen.

Nur war der Bund viel zu optimistisch. Er hat zu wenige Sponsoren gefunden. Die Steuerzahler müssen deshalb tiefer in die Taschen greifen als vorgesehen. Weshalb? Es gibt wirtschaftliche und geopolitische Gründe, für die der Bund nichts kann. Doch das Aussendepartement hat sich den Sponsoring-Flop auch selbst eingebrockt. Dass es zuerst den Tabakmulti Philip Morris zu einem seiner Hauptsponsoren machen wollte, stiess auf breites Unverständnis. Und hat andere Sponsoren abgeschreckt. Erst nach langem Zögern stoppte der Aussenminister den Tabakdeal. Geblieben ist ein Imageschaden. «Schweiz, Expo, Dubai» wird vorab mit negativen Meldungen in Verbindung gebracht.

Bei früheren Expos mussten Pavillons gar schon aus Kostengründen verkleinert werden. Nun könnte die Bundespolitik mal wieder grundsätzlich über die Frage nachdenken: Wie aufwendig soll sich die Schweiz an einer Expo inszenieren? Würde ein bescheidener, kreativer Auftritt nicht ganz gut zu unserem Land passen?

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Sven Altermatt

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