Bildung
Der Lehrplan 21 wird nach der Konsultation 20 Prozent abgespeckt

Der Lehrplan 21 wird gründlich überarbeitet und um einen Fünftel gekürzt. Dies hat die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) nach Auswertung der Rückmeldungen entschieden. Die D-EDK hält aber am geplanten Fahrplan fest.

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Regine Aeppli und Christian Amsler informieren über den Lehrplan 21

Regine Aeppli und Christian Amsler informieren über den Lehrplan 21

Keystone

Der Entwurf des Lehrplans 21 sei in der Konsultation von einer Mehrheit im Grundsatz positiv aufgenommen worden, sagte D-EDK-Präsident und Schaffhauser Regierungsrat Christian Amsler (FDP) am Freitag vor den Medien in Zürich.

Grundlegende Änderungen am Konzept würden sich nicht aufdrängen, war sich die Plenarversammlung der D-EDK deshalb einig. Die Geschlossenheit der D-EDK stimme sie zuversichtlich, auf dem richtigen Weg zu sein, sagte die Zürcher Regierungsrätin Regine Aeppli (SP).

Der neue Lehrplan für die 21 Deutschschweizer Kantone wird nun aufgrund der Rückmeldungen gründlich überarbeitet. Kritikpunkte waren Umfang, Detaillierungsgrad sowie die teilweise zu hohen Anforderungen an die Schüler.

Unter anderem soll der Lehrplan 21 um 20 Prozent gekürzt werden. Weiter soll in einigen Fachbereichen der Aufbau der Kompetenzen weniger detailliert beschrieben werden. Der Begriff Mindestanspruch wird durch Grundanspruch ersetzt. Der Grundanspruch hält fest, über welche Kompetenzen die Schülerinnen und Schüler in der Regel verfügen müssen.

Überarbeitung bis im Herbst

In ausgewählten Bereichen wird das Niveau der Anforderungen gesenkt. Zudem sollen Lehrplanaussagen zu Haltungen und Einstellungen noch stärker darauf ausgerichtet sein, Schülerinnen und Schüler zu befähigen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Nur einzelne Korrekturen werden an den Lehrplänen für die Fremdsprachen vorgenommen. Fragen im Zusammenhang mit der Sprachenstrategie der EDK müssten gegebenenfalls unter Einbezug aller Sprachregionen auf gesamtschweizerischer Ebene diskutiert werden.

Die D-EDK hält am aktuellen Zeitplan fest. Die überarbeitete Version soll im Herbst 2014 vorliegen und Ende 2014 von den Erziehungsdirektorinnen und -direktoren der Deutschschweiz zur Einführung in den Kantonen freigegeben werden. Die meisten Kantone planen die Einführung für das Schuljahr 2017/18, einzelne Kantone früher.

Lehrplan sorgfältig überarbeiten

Der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) erwartet eine sorgfältige Überarbeitung, wie er mitteilte. Er nehme mit Befriedigung zur Kenntnis, dass der Umfang der Kompetenzen im Lehrplanentwurf um 20 Prozent gekürzt werden soll.

Die Kanton hätten es in der Hand für eine gute Umsetzung des neuen Lehrplans zu sorgen, indem sie für die Einführung genügend zeitliche und finanzielle Ressourcen bereit stellten.