Schweiz

Das sagt der neue Post-Chef über seine ersten 100 Tage: «Wir können mehr»

Neuer Post-CEO Roberto Cirillo präsentiert Zukunftspläne

Neuer Post-CEO Roberto Cirillo präsentiert Zukunftspläne

Im April trat er sein Amt an, dann wurde es ruhig um den neuen Post-Chef. Nun, fast ein halbes Jahr später, zieht Roberto Cirillo im neuen Paketzentrum in Cadenazzo (TI) Bilanz über seine ersten 100 Tage. An einer knapp einstündigen Medienkonferenz gab er zudem Einblick, wie sich die Post für die Zukunft rüstet.

Kreislaufwirtschaftliche Geschäftsmodelle, Ausbau der Dienstleistungen im Bereich Feinverteilung und letzte Meile, Logistik ohne Verpackungsmaterial oder Plattformen für die Sharing Economy: Das sind Ansätze der neuen Strategie von Post-CEO Roberto Cirillo.

Gut 20 Wochen nach Arbeitsbeginn hat der neue Postchef am Donnerstag im neuen Paketzentrum in Cadenazzo TI seine Zukunftspläne skizziert. Abgeschlossen sei der Strategieprozess jedoch noch nicht, betonte er laut Mitteilung vor den Medien.

Das Ziel der neuen Strategie für die Jahre ab 2021 ist, dass die Post auch in Zukunft die Grundversorgung ohne Steuergelder finanzieren will. Und die Zukunftsstrategie soll möglichst wieder Ruhe in den krisengebeutelten Konzern bringen.

Zum Amtsantritt im April: Roberto Cirillo stellt sich der Öffentlichkeit vor:

Neuer Post-CEO Roberto Cirillo stellt sich der Öffentlichkeit vor

Neuer Post-CEO Roberto Cirillo stellt sich der Öffentlichkeit vor (3. April 2019)

Der neue starke Mann bei der Schweizerischen Post, Roberto Cirillo, hat sich am Mittwoch an einer Medienkonferenz am Post-Hauptsitz in Bern der Öffentlichkeit präsentiert. Der 47-jährige Tessiner erklärte, er glaube an eine starke und selbstfinanzierte Post. Doch bevor er seine Strategie für den Konzern bekannt geben will, will er herausfinden, was die Gene der Post sind. Deshalb werde er die Mitarbeitenden in der ganzen Schweiz besuchen.

Und dafür "müssen wir uns bewegen", so Cirillo. Dabei müsse der Konzern auch den Mut haben, ausgetretene Pfade zu verlassen. Dafür habe er eine Gruppe von Mitarbeitenden gebildet, die meisten zwischen 30 und 40 Jahre alt, nicht zwingend aus dem obersten Kader. Sie entwickelt die Strategie der Post ab 2021. Die möglichen Szenarien werden dann der Konzernleitung, dem Verwaltungsrat und schliesslich auch dem Bund als Eigener unterbreitet.

Einige Ideen der neuen Strategie seien naheliegend, findet Cirillo. Dazu gehöre der starke Ausbau der Dienstleistungen im Bereich "Feinverteilung und Letzte Meile für die Schweiz". Zukunftsweisender sind die Untersuchungen der Strategiegruppe, wie sich die Post Dienste und Stärken als "Wegbereiterin einer digitalen papierlosen Schweiz" etablieren kann.

Neue Arbeitsplätze im IT-Bereich

Nach vielen Gesprächen mit Partnern, Kunden und Behörden habe die Post zudem entschieden, auch bereichsübergreifende Branchenlösungen ins Visier der Strategie zu nehmen: zum Beispiel im Bereich Gesundheit, Unterstützung der Aufgaben von Behörden oder im Finanzsektor.

Noch während die neue Strategie ausgearbeitet wird, entstehen laut Cirillo in Neuenburg und Bellinzona neue hochwertige Arbeitsplätze im IT-Bereich. Dort sollen dezentrale Kompetenzzentren entstehen. Ähnliche Massnahmen in anderen Bereichen werden in den nächsten Monaten geprüft.

So oder so muss die Post den Gürtel aber vorübergehend etwas enger schnallen. 2020 will Cirillo nur soviel investieren, wie das Resultat für das laufende Jahr erlaubt. "Wir wollen nicht mehr Geld ausgeben als einnehmen." (chm/sda)

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