Japan
Das KKW Mühleberg könnte vom Netz genommen werden

Für das AKW Mühleberg wird es eng. Laut «10vor10» ist es durchaus möglich, dass das Atomkraftwerk, das seit 1972 in Betrieb ist, aufgrund der Ereignisse in Japan vom Netz genommen werden könnte. Doch die BKW ist dagegen.

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Das sagt der Direktor des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) Hans Wanner gegenüber «10vor10». Das ENSI will die Ereignisse in Japan analysieren, bewerten und dann allenfalls die Sicherheitsanforderungen für Schweizer AKW erhöhen.

Zwar übte sich Wanner in gewohnt deskriptiver Weise vor einer klaren, verpflichtenden Aussage im Indikativ. Doch seine Antwort auf die Frage, ob danach alte Atomkraftwerke wie Mühleberg vom Netz genommen werden müssten, sagte der Direktor, zwar im Konjunktiv, aber dennoch signifikativ: «Das könnte durchaus solche Konsequenzen haben». Es ist das erste Mal, dass sich ein Vertreter der Atomindustrie und -lobby relativ konkret zu einer eventuellen Abschaltung eines AKW äussert.

Sofortmassnahmen nicht nötig

Am Donnerstagmorgen dann das Communiqué der BKW:Zwar würden die Parameter nun aufgrund der Erkenntnisse in Japan in den kommenden Wochen hinterfragt. Die Ergebnisse sollen auch in die Planung allfälliger neuer Kernkraftwerke einfliessen. Allerdings sei eine sofortige Abschaltung nicht sinnvoll, im Gegensatz zu der Sistierung der Rahmengesuche für neue Atomkraftwerke in der Schweiz.

Die BKW Energie AG legte am Donnerstag auch ihre detaillierten Zahlen für das Jahr 2010 vor. Der Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um rund einen Viertel auf 228 Mio. Franken.

Die BKW bekam vor allem die tieferen Strompreise und den schwachen Euro zu spüren. Die Konzernverantwortlichen sprechen in ihrer Mitteilung vom Donnerstag von einem «soliden operativen Ergebnis», das man in einem anspruchsvollen Markt- und Finanzumfeld erzielt habe.

(cls)

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