Seitensprung
Darbellays uneheliches Baby ist das Sessions-Thema: «CVP-Familienprogramm zielt an Realität vorbei»

Ausgerechnet der ehemalige Präsident der Familien-Partei CVP zeugt bei einem Seitensprung ein Baby. Die unverhofften Vaterfreuden von Christoph Darbellay sorgen bei der Herbstsession des Nationalrates für Gesprächsstoff.

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Das christlich-traditionelle Familienbild gilt der CVP als höchstes Gut. Der langjährige Partei-Präsident Christoph Darbellay war oft darauf bedacht, dass dies auch bei ihm zuhause gelebt wird.

Dann geschieht es: In einer Dezembernacht begeht Darbellay einen Seitensprung – und seine Affäre wird zudem noch schwanger. Das sorgte für viele bissige Kommentare – auch unter den Parlamentariern.

«Ich mag es ihm natürlich gönnen, wenn er ein ausgiebiges Liebesleben hat», sagt beispielsweise der Zürcher FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann gegenüber Tele M1. Schmunzeln müsse er jedoch schon, wenn «jemand, der über Jahrzehnte eine traditionell-konservative Familienpolitik betreibt, mit seinem Privatleben nicht im Reinen ist. Aber das ist seine eigene Sache.»

Neben seinen drei ehelichen hat Darbellay nun noch ein uneheliches Kind, wie am Sonntag publik wurde. Zyniker weisen die Christlichdemokratische Volkspartei auf die zehn Gebote hin – denn dort steht: Ehebruch ist verboten.

Riklin verteidigt Darbellay

Die Zürcher Nationalrätin Kathy Riklin verteidigt ihre Partei: Wir haben die zehn Gebote nicht in unserem Parteiprogramm und Christoph Darbellay muss das selber wissen.»

Auch aus der CVP-Medienstelle heisst es, dass Privates und Politisches getrennt werden müsse. Die Angelegenheit habe mit dem politischen Leistungsausweis von Darbellay nichts zu tun – und auch nichts mit der CVP.

Mit dieser Aussage sind allerdings nicht alle einverstanden. Das CVP-Familienprogramm ziele an der Realität vorbei, sagt FDP-Nationalrat Portmann. «Der Fall zeigt dies. Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Und wenn eine Partei bei gewissen Themen nicht mit der Zeit geht, kommen solche Unstimmigkeiten auf."

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