Café Fédéral
Der Tessiner gegen die Frau - eine TV-Serie mit erstaunlich realitätsnaher Bundesratsrivalität

In der RTS-Serie «Helvetica» ist die gegenseitige Abneigung zwischen den fiktiven Bundesräten Kathy Kunz und Dino Esposito mit Händen greifbar. Im echten Bundesbern gibt es dazu Parallelen.

Christoph Bernet
Christoph Bernet
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Bundespräsidentin Kathy Kurz (Ursina Lardi) in der RTS-Serie «Helvetica»

Bundespräsidentin Kathy Kurz (Ursina Lardi) in der RTS-Serie «Helvetica»

SRF/RTS/RITA PRODUCTIONS/Pascal Mora

Seit einigen Jahren macht das welsche Fernsehen RTS mit einer Reihe von unterhaltsamen und qualitativ hochwertigen Serien wie «Quartier des banques» oder «Cellule de crise» von sich reden.

Vor kurzem habe ich dank Hinweis meiner Ressortkollegen die Serie «Helvetica» entdeckt (zu sehen auf der SRG-Plattform «PlaySuisse»). Der sechsteilige Politthriller spielt hauptsächlich in Bundesbern. Der Plot handelt von Waffenhändlern, Terroranschlägen, einer erpressten Putzfrau – und der erbitterten Rivalität zweier Mitglieder des Bundesrats.

Die Rivalen: Kathy Kunz, Justizministerin und amtierende Bundespräsidentin, und Dino Esposito, Aussenminister. In einer Szene wirft Esposito Kunz vor, sie sei nur in den Bundesrat gewählt worden, weil sie eine Frau sei. Die Replik von Kunz: «Und du nur, weil du Tessiner bist.»

Auch im echten Bundesbern gilt das Verhältnis zwischen der Justizministerin (Karin Keller-Sutter) und dem Aussenminister (Ignazio Cassis) als belastet. Ihre Partei, die FDP, verlor die Wahlen 2019 und schwächelt gemäss Umfragen weiter. Bei den nächsten Gesamterneuerungswahlen des Bundesrats wird es eng für den zweiten Sitz. Darf die Frau bleiben oder der Tessiner? Und haben sich die «Helvetica»-Autoren von dieser Ausgangslage inspirieren lassen?

Natürlich nicht. «Helvetica» wurde schon 2018 gedreht. Die Handlung ist fiktiv und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.

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