Schweiz

Bundesanwaltschaft klagt früheren Fifa-Generalsekretär wegen Bestechung an

Jerôme Valcke soll seinen Einfluss als Fifa-Generalsekretär genutzt haben, um die Vergabe von Sportrechten an Fussball-Weltmeisterschaften zu steuern.

Jerôme Valcke soll seinen Einfluss als Fifa-Generalsekretär genutzt haben, um die Vergabe von Sportrechten an Fussball-Weltmeisterschaften zu steuern.

Die Bundesanwaltschaft hat den ehemaligen Fifa-Generalsekretär Jerôme Valcke und Nasser Al-Khelaifi, Präsident des Fussballvereins Paris Saint-Germain, angeklagt. Dabei geht un die Vergabe von Medienrechten an verschiedenen Fussball-Weltmeisterschaften.

(rwa) Die Bundesanwaltschaft wirft Valcke passive Bestechung, mehrfache qualifizierte ungetreue Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung vor. Al-Khelaifi und ein Geschäftsmann sollen Valcke zur ungetreuen Geschäftsbesorgung angestiftet haben. Diesem dritten Beschuldigten wird zusätzlich auch aktive Bestechung vorgeworfen.

Die Ermittlungen ergaben, dass Valcke von beiden Mitbeschuldigten nicht gebührende Vorteile erhalten hat. So wurde eine Anzahlung für eine Villa auf Sardinien in der Höhe von einer halben Million Euro zurückgezahlt, nachdem Al-Khelaifi über eine Gesellschaft die Immobilie erworben hatte.

Danach stand Valcke die Villa für 18 Monate gratis zur alleinigen Nutzung zur Verfügung, bis er von der Fifa suspendiert wurde. Die Bundesanwaltschaft schätzt den Mietzins in diesem Zeitraum auf 900'000 bis 1,8 Millionen Euro.

Valcke meldete die genannten Vorteile nicht der Fifa und bereicherte sich laut Bundesanwaltschaft unrechtmässig. Auch manipulierte er die Bilanzen seiner Firma Sportunited, indem er Zahlungen fälschlicherweise als Darlehen verbuchen liess.

Valcke beeinflusste Vergabeprozess

Laut Bundesanwaltschaft hat Valcke seinen Einfluss als Fifa-Generalsekretär dazu genutzt, Vergabeprozesse von Medienrechten für Italien und Griechenland an verschiedenen Fussball-Weltmeisterschaften für die Jahre 2018 bis 2030 zu Gunsten der von ihm bevorzugten Medienpartner zu beeinflussen. Im Gegenzug erhielt er vom dritten Beschuldigten drei Zahlungen über gesamthaft 1,25 Millionen Euro an seine Firma.

Nicht erhärtet hat sich dagegen der Verdacht, dass Valcke im Gegenzug für seine Einflussnahme als Fifa-Generalsekretär von Al-Khelaifi eine Luxusuhr angenommen haben soll.

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