Asyldebatte
Brisanter Vorschlag: Kriminelle Asylbewerber sollen nichts mehr bekommen

Asylbewerber, die stehlen oder mit Drogen dealen, soll die Nothilfe gekürzt oder gar ganz gestrichen werden. Das fordert Beat Meiner, Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe. Wer sich dagegen integrieren will, dem soll geholfen werden.

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Asylbewerber aus Somalia raucht eine Zigarette vor Unterkunft in Lausanne.

Asylbewerber aus Somalia raucht eine Zigarette vor Unterkunft in Lausanne.

Keystone

Beat Meiner ist alles andere als ein Asyl-Feind. Als Generalsekretär der Schweizerischen Flüchtlingshilfe macht er sich vielmehr berufsmässig für Asylbewerber stark. Aber nicht für alle. Sein Vorschlag: Leute, die in der Schweiz um Asyl nachsuchen, dabei aber kriminell werden, sollen die Gelder gekürzt, ja gar ganz gestrichen werden. «Ich habe Mühe, dass Leute, von denen man weiss, dass sie vom Drogenhandel leben, soziale Gelder nach geworfen werden», sagt Meiner. Das sei eine sehr persönliche Ansicht, die Gesetzgebung erlaube das nicht. «Wir müssten solche Leute aber differenziert behandeln können».

Meiner verweist aus seine eigene praktische Erfahrung. Bevor er Generalsekretär der Flüchtlingshilfe wurde, leitet er ein Asylzentrum. Wer im Zentrum «total gegen alle Regeln» verstiess, dem strich Meiner damals kurzerhand das Sackgeld. Und hat damit sehr gute Erfahrungen gemacht, erklärt er im Video-Interview mit az.

Asylbewerber schon bald bei Bauern?

Meiner unterstützt auch den Vorschlag, kriminelle Asylbewerber in abgelegenen Zentren unterzubringen. «Kriminelle Asylbewerber muss man aus dem Verkehr ziehen», sagt Meiner. Als Beispiel nennt er den Jaunpass.

Nur noch Nothilfe für Asylbewerber

Auf Tele M1 diskutieren ab 18.25 Uhr (stündliche Wiederholung) Beat Meiner (Generalsekretär Schweizerische Flüchtlingshilfe) und der FDP-Nationalrat Kurt Fluri zu Massnahmen im Asylbereich.

Meiner wartet noch mit einem weiteren brisanten Vorschlag auf. Asylbewerber sollen auf Bauernhöfe verteilt oder bei anderen Privatpersonen untergebracht werden. Allerdings nicht als billige Knechte, so Meiner. Er sieht das als Teil einer möglichen Integration, wie er im Video-Interview mit az sagt. Der Einsatz der Bauern müsste keineswegs gratis sein. Ein Asylbewerber koste heute im Durchschnitt 18000 Franken im Jahr, rechnete Meiner in der «Zentralschweiz am Sonntag» vor. Man könnte «die Landwirte oder andere Personen, die einen Flüchtling bei sich aufnehmen, also auch entschädigen.»

Schnellere Verfahren als Bedingung

Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Asylverfahren wesentlich beschleunigt werden und nach drei, vier Monaten ein erster Entscheid vorliege, erklärt der Flüchtlingsexperte. Justizministerin Simonetta Sommaruga hat eine entsprechende Botschaft noch für dieses Jahr in Aussicht gestellt. Nur wer hier als schutzbedürftig eingestuft wird, der soll bei Bauern oder Privatpersonen unterkommen. (rsn)

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