Köppels Kandidatur

Blocher: «Köppel hat mich nicht um Erlaubnis gefragt»

Blocher (l.) und Köppel haben die Kandidatur als SVP-Nationalrat des Weltwoche-Chefs vor dem Gang an die Öffentlichkeit besprochen.

Blocher (l.) und Köppel haben die Kandidatur als SVP-Nationalrat des Weltwoche-Chefs vor dem Gang an die Öffentlichkeit besprochen.

Christoph Blocher konnte seinen Schützling Roger Köppel nicht davon abhalten, in die Politik zu gehen. Sollte die Doppelbelastung als Weltwoche-Chef und Nationalrat aber zu viel werden, müsse er sich von dort wieder zurückziehen.

Herr Blocher, waren sie überrascht, als Roger Köppel seine Kandidatur verkündet hat? 
Christoph Blocher: Nein. Das wurde im Vorfeld eingängig besprochen. 

Hat Herr Köppel Sie um Erlaubnis gefragt? 
Nein, aber das muss er auch nicht. Es ist seine Entscheidung. 

Roger Köppel will für die SVP in den Nationalrat

Video-Interview: Roger Köppel über seine Nationalrat-Kandidatur.

Sie haben sich zuvor kritisch zu einer Kandidatur Köppels geäussert. 
Ich habe ihm immer davon abgeraten. Es ist eine unglaubliche Belastung, gleichzeitig Unternehmer und Nationalrat zu sein.  

Er hat sich nicht an ihren Rat gehalten. 
Ich habe gemerkt, dass Roger nicht einfach kandidieren will – er muss kandidieren. Er kann der Politik in dieser schwierigen Zeit nicht mehr nur von aussen zusehen.

Wird er seine Arbeit gut machen? 
Davon bin ich überzeugt. Er wird eine Bereicherung für die Partei, die Politik und für die Schweiz.  

Führt seine Tätigkeit als Weltwoche-Chef nicht zu einem Interessenskonflikt? 
Es ist gut möglich, dass diese Position zu Konflikten mit Parteikollegen führt. Aber das ist nichts Schlechtes. Ich hatte in der Politik 20 Jahre nur Auseinandersetzungen mit meinen Parteikollegen, das gehört dazu. Man muss dafür sorgen, dass die Partei ihre Ziele nicht aus den Augen verliert. 

Was, wenn die Doppelbelastung zu viel wird? 

Wenn Roger Köppel nicht beides unter einen Hut bekommt, muss er meines Erachtens das Nationalratsmandat wieder aufgeben. Sein Unternehmen darf nicht darunter leiden. Ich stand selbst als Unternehmer stets in diesem Dilemma.  

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