Coronavirus

Berset: Kantone müssen sich bei Contact Tracing engagieren

Bundesrat Alain Berset.

Bundesrat Alain Berset.

Die Kantone sind laut Bundesrat Alain Berset in der Pflicht, sich bei der Nachverfolgung von Infektionsketten (Contact Tracing) zu engagieren. Laut Epidemiengesetz liege das Contact Tracing in der Verantwortung der Kantone.

Die Kantone seien daran, die Nachverfolgung aufzubauen, sagte Berset in einem Interview mit den Tamedia-Zeitungen (Samstagausgabe). Es bestehe sonst das Risiko, dass die Schweiz die Kontrolle über die Infektionsketten verliere. Das müsse verhindert werden.

Die Kantone hätten beim Aufbau des Contact Tracing aber auch noch ein wenig Zeit. Jetzt im Frühsommer hätten nur wenig Leute Erkältungssymptome durch andere Erkrankungen als Covid-19. So könne man Personen mit Symptomen derzeit leicht erkennen und testen.

Derzeit sei mit den tiefen Zahlen neu infizierter Personen das Contact Tracing absolut machbar, so Berset weiter. Die Frage sei aber, was später nach den Lockerungen passiere; und was im Herbst, wenn eine zweite Welle drohe. Darauf müssten die Kantone sich jetzt vorbereiten - namentlich beim Contact Tracing.

Taskforce-Chef mit Sorgenfalten

Mit einer gewissen Sorge beobachtet Matthias Egger, Leiter der Covid-19-Taskforce, die zahlreichen Lockerungen der Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ab kommender Woche. Er befürchte, dass sich einige Leute nicht an die nach wie vor gültigen Regeln hielten.

Es bestehe das Risiko, dass es wieder mehr Coronavirus-Fälle gebe, sagte Egger in einem Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) am Freitagabend. Die Bevölkerung habe es selbst in der Hand, eine zweite Welle von Ansteckungen zu verhindern.

Egger rief die Bevölkerung dazu auf, sich weiter an die Distanz- und die Hygiene-Regeln zu halten. Als Bürger rufe er den Menschen zu: "Haltet Euch an die Regeln. Es ist noch nicht vorbei."

Neben diesen Regeln seien auch Massnahmen im Gesundheitssystem sehr wichtig: das Contact Tracing, vermehrte Tests und die neue App. Je früher diese App komme, umso besser. Geplant ist die flächendeckende Einführung der App frühestens im Juni.

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