Fahrlässige Tötung

Bauleiter wegen tödlichen Einsturzes von Baugerüst verurteilt

Ein Arbeiter entfernt nach einem Sturm den zerstörten Plastikschutz an einem Baugerüst (Symbolbild)

Ein Arbeiter entfernt nach einem Sturm den zerstörten Plastikschutz an einem Baugerüst (Symbolbild)

Sechs Männer sind am Dienstag in Freiburg zu bedingten Geldstrafen verurteilt worden. Das Strafgericht des Saanebezirks machte sie verantwortlich für den Tod einer 17-jährigen Frau, die am 3. März 2006 von einem einstürzenden Baugerüst erschlagen worden war.

An jenem Abend war der Sturm "Xandra" über die Schweiz gefegt. Am Hauptpostgebäude in Freiburg brachte er ein ungenügend befestigtes Gerüst zum Einsturz.

Das Strafgericht des Saanebezirks verurteilte sechs Männer wegen Verletzung der Regeln der Baukunde, vier von ihnen zusätzlich wegen fahrlässiger Tötung. Sie erhielten bedingte Geldstrafen zwischen 120 und 270 Tagessätzen aufgebrummt. Ein siebter Angeklagter kam mit einem Freispruch davon.

Zu den Verurteilten gehört der Bauleiter; er hatte es unterlassen, das Gerüst zu kontrollieren. Auch die Vertreter von zwei Gerüstbau-Firmen und zwei Metallbau-Unternehmen sowie ein Arbeiter tragen laut Gericht eine Mitverantwortung für den Unfall.

Ungenügend gesichert

Ein Experte war zum Schluss gekommen, dass man das Gerüst an 24 Orten hätte verankern müssen. Zu Beginn gab es nur neun Verankerungen, am Unglückstag war das Gerüst sogar nur an drei Stellen verankert. Arbeiter hatten offenbar mehrere Verankerungen entfernt, um Fassadenelemente leichter anbringen zu können.

Der Familie der Getöteten sprach das Gericht Schadenersatz in der Höhe von 62'000 Franken aus. Das letzte Wort in der Angelegenheit ist allerdings noch nicht gesprochen. Mehrere der Verteidiger erwägen nach eigenen Angaben den Weiterzug des Urteils.

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