Ihr Nachwuchs war Teil des Zucht- und Wiederansiedlungsprogramms in den Alpen. Athos kam 1972 in den Zoo La Garenne in Le Vaud VD und starb 2015 im Alter von 47 Jahren. Althia war das zweite Weibchen des Zoos seit der Gründung 1965, wie La Garenne am Dienstag in einer Medienmitteilung schrieb.

In den Jahren 2017 und 2018 scheiterte die Aufzucht, obwohl Althia die Eier die erforderlichen 55 Tage lang bebrütete. Sie waren unbefruchtet.

Die Beobachtung der Vögel mit einer Kamera in ihrem Gehege zeigte, dass sich das Männchen Helios besonders ungeschickt anstellte und sich nicht mit seiner Partnerin paaren konnte. Im März 2018 entschied der Zoo, Helios von seiner Gefährtin zu trennen.

Existenz noch nicht gesichert

Derzeit leben in den Alpen rund 200 Bartgeier, hauptsächlich in den Schweizer, den französischen und den italienischen Alpen. Allerdings haben sich bislang nur etwa 30 Paare gebildet, die sich auch fortpflanzen. Diese Zahl ist immer noch zu niedrig, um die Existenz des mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,9 Metern grössten Greifvogels Europas für die kommenden Jahrzehnte als sicher zu betrachten.

Die grössten Gefahren für den Bestand sind die gleichen wie vor 100 Jahren: Vergiftungen und Wilderei. Anfang des 20. Jahrhunderts war der majestätische Vogel im Alpenraum ausgerottet. Der Bartgeier wurde aufgrund des Irrglaubens, er würde Lämmer erlegen, rigoros verfolgt. Tatsächlich ernähren sich die Vögel fast ausschliesslich von Knochen.

Die in La Garenne geborenen Vögel sind für das 1987 lancierte Wiederansiedlungsprogramm der Art in den Alpen und Spanien bestimmt. Der im Februar 2014 geborene Jungvogel wurde im sanktgallischen Calfeisental freigelassen, einem neuen Standort für die Wiederansiedlung der Art in den Alpen. Der Jungvogel von 2015 wurde in ein anderes Zuchtzentrum in Italien gebracht.

Dank der Wiederansiedlung brüten Bartgeier seit 2007 wieder in der Schweiz. Allein 2018 glückten nach Angaben der Stiftung Pro Bartgeier landesweit neun Wildbruten.