Das Regionalgericht Imboden in Domat/Ems sprach den in der Schweiz aufgewachsenen Italiener am Mittwoch im Wesentlichen der eventualvorsätzlichen Tötung schuldig. Der Lenker hatte an jenem bitterkalten Wintertag im Januar 2017 noch in der Dunkelheit eine Aufwärmrunde mit seinem Personenwagen gedreht. Auf dem Rückweg nach Domat/Ems erfasste er auf der Hauptstrasse die 26-jährige Rollerfahrerin während eines Überholmanövers frontal.

Die junge Frau, die in der Mitte ihrer Fahrspur unterwegs war, wurde gemäss der Anklage nach dem Zusammenprall 43 Meter weit geschleudert. Der angeklagte Lenker wollte zwei Autos überholen und hatte eigenen Angaben zufolge die Rollerfahrerin zu spät bemerkt.

"Schlicht fahrunfähig"

Der Angeklagte, ein gewohnheitsmässiger Cannabis-Konsument, wies während der Unfallzeit einen THC-Gehalt von 4,5 Milligramm pro Liter Blut auf. Der Toleranzwert im Verkehr liegt bei 1,5 Milligramm.

Der Gerichtsvorsitzende sagte in der mündlichen Urteilsbegründung, der 41-Jährige sei als "Gewohnheitskiffer" zu betrachten und an jenem Tag "schlicht fahrunfähig" gewesen. Er habe mit seinem Auto zu einem "Blindflug angesetzt".

Und der Angeklagte war deutlich zu schnell unterwegs: mit bis zu 115 Kilometern pro Stunde bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde. Von einem Landesverweis sah das Gericht ab. Der Mann sei in der Schweiz aufgewachsen, verheiratet und Vater von zwei Kindern, sagte der Vorsitzende zur Begründung.