ARA

Aus den Augen aus dem Sinn: Umweltsünder kippen jährlich über 30 Tonnen Unrat ins Klo

In der ARA Kaisten werden jährlich über 30 Tonnen Unrat aus dem Wasser gefiltert. «Diese Problematik hat sich seit der Einführung der Sackgebühren verschlimmert», sagt ARA-Betriebsleiter Roland Amsler. Nun sollen Umweltsünder mit Comics erzogen werden.

Christine Fürst

Klodeckel auf, Windel rein, Spülknopf drücken – der Abfall ist einfach entsorgt. Sozusagen: «Aus den Augen – aus dem Sinn.» Windeln, Tampons, Farbreste und Unrat: täglich werden Fest- und Schadstoffe in die Kanalisation gespült. Diese werden über kilometerlange Kanäle und über Abwasserpumpwerke in die Abwasserleitungsanlagen (ARA) getrieben.

Sie werden zum Problem für den Betrieb des Kanalnetzes oder für das Abwasserpumpwerk und stören so den Reinigungsprozess in der Abwasserleitungsanlage. Roland Amsler, der Betriebsleiter der ARA Kaisten, hat schon vieles im Rechen gefunden.

Von Kleidern über Damenstrumpfhosen bis zum Handy alles. «Diese ganze Problematik hat sich seit der Einführung der Sackgebühren verschlimmert», sagt Amsler. Der Abfall wird also übers Kanalsytem entsorgt, um so die Gebühren eines Abfallsackes zu umgehen.

Durch Störungen steigen Kosten

Ist das der einfachere Weg? Nein, sagt Roland Amsler. Die Abfälle können die Pumpen und Regenbecken verstopfen, diese wieder freizubekommen generiert immer wieder Kosten. Dazu kommt, dass flüssige Stoffe wie Öle via Sondermüll entsorgt werden müssen, dies ist mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden. «Schliesslich werden diese Kosten wieder auf die Bevölkerung abgewälzt, so wird zwar der Verursacher bestraft, aber auch jene, die ihren Abfall richtig entsorgen», sagt Amsler.

Auch in Eiken nimmt diese Problematik immer grössere Ausmasse an. Die Gemeinden Eiken und Sisseln betreiben in der Nähe der Sisselbachmündung ein gemeinsames Pumpwerk. Grosse Mengen von Steingut und anderen Feststoffen haben schon oft zu Störungen der Abwasserförderpumpen geführt.

Um dieser Problematik entgegenzuwirken, verteilt die Gemeinde Eiken nächste Woche ein Merkblatt speziell zur Liegenschaftsentwässerung in alle Haushalte. Das Merkblatt wurde von der Abteilung Umwelt des kantonalen Baudepartements herausgegeben. Ziel ist es, die Bevölkerung auf die Abwasser-Problematik hin zu sensibilisieren.

Mit Comics Umweltsünder erziehen

Mit Comics wird auf anschauliche Art und Weise gezeigt, welche Fehler in Zukunft unbedingt vermieden werden müssen: Binden, Windeln oder auch Kleintierstreu darf nicht im WC entsorgt werden, für Fette und Öle gibt es spezielle Sammelstellen, der Unrat gehört in die Kehrichtabfuhr, Zementwasser sowie Farben und Lacke gehören nicht in die Kanalisation, ebenso wie Maschinenöl und Benzin. Chemikalien und Medikamente lösen sich im Wasser auf und können in der Abwasserreinigungsanlage nicht mehr rausgefiltert werden.

Die Abfälle sollen sich selbst und der Umwelt zuliebe richtig entsorgt werden. Die Gemeinden oder regionalen Sammelstellen bieten für alle Abfälle aus dem Haushalt und für Chemikalien, Öle und Medikamente permanente Entsorgungsmöglichkeiten an.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1