Auch Guignard wirbt für Schlössli

Das Schlössli-Projekt sei über Jahre hinweg optimiert worden, sagt der Aarauer Stadtammann Marcel Guignard. Werde die Erweiterung jetzt nicht realisiert, gehe lang nichts mehr mit dem Museum.

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Schlössli Guignard

Schlössli Guignard

Aargauer Zeitung

Thomas Röthlin

Normalerweise ist es der Stadtrat, der den Abstimmungskampf um Aaraus grosse Brocken eröffnet. Bei der Medienkonferenz am Morgen zur Sanierung und Erweiterung des Schlösslis war der Behörde die Gesellschaft zur Förderung des Stadtmuseums (GFSM) eine Woche zuvorgekommen (siehe Artikel unten).

Erst am Montagnachmittag wurde bekannt, dass gegen die stadträtliche Botschaft Abstimmungsbeschwerde erhoben wird. Unter anderem deshalb, weil die Behörde «gegnerische Argumente einfach unter den Tisch» wische.

«Viel höherer Gegenwert»

Der Stadtrat unterstütze die Vorlage, über die am 29. November abgestimmt wird, «unisono», sagte denn auch Stadtamman Marcel Guignard. Ein historisches Museum als «Erinnerungsspeicher» könne nur dann die Heimatverbundenheit stärken, «wenn es mehr als nur einmal im Leben besucht wird». Und diesbezüglich sei die alte Hülle nicht mehr zeitgemäss. Nur in einem Erweiterungsbau könnten «Aaraus verborgene Schätze adäquat präsentiert werden». Das vorliegende 13,95-Millionen-Projekt sei «über Jahre hinweg optimiert» worden und stehe in einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Und für 270 000 Franken Mehrkosten des Betriebs erhalte man einen «unglaublich viel höheren Gegenwert».

Sukkurs erhielt Guignard in Sachen «Hülle» von Stadtbaumeister Felix Fuchs, in Sachen Inhalt von Museumsleiterin Kaba Rössler. Es handle sich überhaupt nicht um ein «überteuertes Prestigeprojekt», zitierte Fuchs aus einem Leserbrief; im Gegenteil: Das Projekt beseitige alle Mängel des alten Turms auf einmal, sei «extrem kompakt», «geschickt platziert» und das erste Minergie-Eco-Museum der Schweiz. All dies trage wesentlich dazu bei, die Betriebskosten im Rahmen zu halten.

«Effizienter Betrieb»

Kaba Rössler betonte, sie und ihr kleines Team hätten «alle Energie» ins Projekt gesteckt. Dank einer Organisation, die schlank bleiben solle, würden zwar Ausstellungsfläche und Öffnungszeiten verdoppelt, das Betriebsbudget hingegen steige nur um 30 Prozent: «Wir haben einen effizienten Betrieb aufgebaut», sagte Rössler und prognostizierte für dieses Jahr 9000 Besucher. Vor wenigen Jahren waren es noch ein Bruchteil.

«Nur um den alten Turm zu hüten», seien die tieferen Betriebskosten aus vergangenen Jahren tatsächlich zu hoch gewesen, sagte Stadtrat Carlo Mettauer. Er nahm damit den Ball der SVP auf (siehe Artikel unten), die mit dem gleichen Argument gegen den Erweiterungsbau kämpft.

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