Betrug

Asyl-Gelder versickert: Schwere Vorwürfe gegen die Heilsarmee

«Soll plötzlich den schwarzen Peter erhalten»: Heilsarmee (Symbolbild)

«Soll plötzlich den schwarzen Peter erhalten»: Heilsarmee (Symbolbild)

Die Heilsarmee erhält jährlich mehr als 20 Millionen Franken Steuergelder vom Kanton Bern für ihre Tätigkeiten im Asylbereich. Nun erheben die Berner Behörden schwere Vorwürfe an die Organisation.

Die Behörden wollen wissen, wo allein in den letzten sechs Jahren total mindestens 6,2 Millionen Franken hinflossen, deren Verwendung sie als umstritten taxieren, wie die Zeitung «Der Sonntag» berichtet.   «Wir wollen wissen, wohin diese Gelder flossen und wozu genau sie eingesetzt wurden», sagt Markus Aeschlimann, Geschäftsleiter des Amts für Migration und Personenbestand (MIP). «Ich will Transparenz.»

Die 6,2 Millionen setzen sich aus den Unterbringungskosten des Zentrums Enggistein bei Worb (1,7 Mio.), den Defizitgarantien 2010 und 2011 (2 Mio.) und dem Integrationsbeitrag (2,5 Mio.) zusammen. «Wir hätten viel früher hinschauen sollen, schon vor 15 oder 20 Jahren», gesteht Aeschlimann Versäumnisse des Kantons ein. «Aber man kann ja auch schlauer werden.»

Die Heilsarmee bestreitet die schweren Vorwürfe. «Jeder Rappen wird nach besten kaufmännischen Regeln direkt eingesetzt oder geht in die Reserven», sagt Paul Mori, Geschäftsleiter der Heilsarmee-Flüchtlingshilfe. «Die hat die Heilsarmee unter anderem, um allfällige Schliessungen sozialverträglich gestalten zu können.» Kein Rappen sei zweckentfremdet worden.

Mori spricht von einer Projektion: «Die kantonale Administration will damit von ihren eigenen Schwierigkeiten und der Überforderung mit anderen Anbietern ablenken.» Er spricht von Defiziten und Rechtsunsicherheit. «Scheinbar soll nun jene Organisation, die vor 30 Jahren mit Pionierleistungen im Kanton begann, plötzlich den schwarzen Peter erhalten.»

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