Ehrendingen

Antenne erzeugt interne Spannung

Ehrendingen: Auf dem neuen Elektra Gebäude ist die Mobilfunkantenne geplant.

Schaf

Ehrendingen: Auf dem neuen Elektra Gebäude ist die Mobilfunkantenne geplant.

Die geplante Antenne der Orange Communications stösst bei einigen Genossenschaftern auf wenig Begeisterung. Sie haben erreicht, dass es nun zur Urnenabstimmung kommt.

Dieter Minder

Auf dem Dach des Werkhofes der Elektra-Genossenschaft Ehrendingen möchte die Orange Communications eine Mobilfunkantenne aufstellen. Das stösst bei einigen Genossenschafterinnen und Genossenschaftern auf Ablehnung. In einem Flugblatt fordern sie die Genossenschafter auf, den Vertrag mit der Orange abzulehnen. Das Flugblatt ist von Albert van Stiphout, Manfred Willi, Sales Meier und Markus Hehl unterschrieben. Die Urnenabstimmung findet am 29. 11. 2009 statt. Stimmberechtigt sind die rund 810 Genossenschafter. Neben den natürlichen Personen sind darunter auch juristische Personen wie die Gemeinden Ehrendingen und Freienwil. Die Elektra betreibt das Stromversorgungsnetz in den beiden Gemeinden. Sie hat mit diesen, nach intensiven Diskussionen, auch Konzessionsverträge abgeschlossen.

Wessen Kompetenz?

2008 schloss der Vorstand der Elektra mit der Orange Communications den Vertrag zur geplanten Mobilfunkantenne. Diese soll auf dem Dach des Werkgebäudes bei der Einmündung Freienwilerstrasse aufgestellt werden. Das Areal liegt in der Dorfkernzone Ehrendingen.

«Der Vorstand hat den Vertrag unterschrieben, ohne die Genossenschafter darüber zu informieren», sagt Roland Willi als Vertreter des Genossenschafters Manfred Willi. Dem widerspricht Genossenschaftspräsident und Geschäftsführer Marcel Stadelmann: «Der Vertragsabschluss liegt in der Kompetenz des Vorstandes und ist nicht Sache der Genossenschafterversammlung.» Die Opponenten bezweifeln dies aber und beziehen sich dabei auf den Genossenschaftszweck, nämlich die Versorgung mit elektrischer Energie. Weiter betonen die Opponenten, dass Mobilfunkanlagen nicht in Wohngebiete gehören. Sie befürchten, dass die umliegenden Liegenschaften an Wert verlieren könnten.

Gemeinden als Dienstleister

Von Genossenschaftern wurde an der letzten Generalversammlung eine ausserordentliche Generalversammlung zum Thema Mobilfunkantenne verlangt. «Der Vorstand hatte schon vorher beschlossen, dass in diesem Falle eine Urnenabstimmung durchgeführt werden soll.» Diese findet nun mit der eidgenössischen Abstimmung am 29 November statt. Die Gemeinden Ehrendingen und Freienwil werden separate Urnen für die Elektra aufstellen. Weil nicht alle Stimmberechtigten Genossenschafter sind, aber nicht alle Genossenschafter politisch stimmberechtigt, müssen die Stimmzettel auseinandergehalten werden.

Orange hat der Gemeinde bereits ein Baugesuch für die Antenne eingereicht. Während der Auflagefrist sind über 100 Einsprachen eingegangen. Ob diese behandelt werden, hängt vom Ausgang der Abstimmung ab. Wird der Vertrag abgelehnt, erübrigt sich dies. Der Kanton hat seine Zustimmung bereits gegeben. Um das Baugesuch weiter behandeln zu können, hat die Gemeinde Ehrendingen bei der Orange weitere Informationen verlangt. Die Abgabefrist endet Ende Januar 2010.

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