Lukrativ

«AG 25», «BS 2», «SO 22»: Das sind die teuersten Autonummern der Schweiz

Für diese Autokennzeichen gaben die Käufer am meisten Geld aus.

Für diese Autokennzeichen gaben die Käufer am meisten Geld aus.

Mit 50 Franken könnte man in den meisten Kantonen vorne und hinten am Auto ein Kennzeichen erhalten. Doch viele Schweizer wollen eine spezielle Nummer. Dafür geben sie Millionen aus.

Welche Zahlen auf seinem Nummernschild stehen, ist längst nicht jedem Schweizer egal. Millionen geben Autofahrerinnen und Autofahrer jährlich für spezielle Kennzeichen aus. Dies zeigt eine Umfrage der Zeitungen von CH Media bei den Kantonen.

Alleine 2019 nahmen diese über 14 Mio. Franken durch Verkauf tiefer, ausgefallener oder anderweitig spezieller Kennzeichen ein. – Geld, das Bürger freiwillig abliefern, um ihren Jahrgang, eine Schnapszahl oder die Postleitzahl am Auto zu haben. In den Jahren zuvor war die Summe vergleichbar.

Spitzenreiter ist der Kanton Zürich. 2019 nahm er 3,56 Mio. Franken für spezielle Kennzeichen ein. Gute Geschäfte mit den Wunschschildern machten auch andere bevölkerungsreiche Kantone wie St.Gallen, Bern, Luzern oder der Aargau. Je weniger Autos zugelassen sind, desto geringer sind demgegenüber die Einnahmemöglichkeiten. In Kantonen wie Glarus ist eine vierstellige Nummer längst nicht so aussergewöhnlich und begehrt wie in Zürich oder Bern.

Basel-Stadt will die 1 nicht verkaufen

Allerdings will auch nicht jeder Kanton gleich viel einnehmen: In Appenzell Innerrhoden etwa liegt die Gebührenobergrenze für Schilder bis «AI 999» bei 2000 Franken. In Luzern kosten Schilder, die tiefer sind als «LU 999», fix 10'000 Franken. Vielerorts dagegen werden die Kontrollschilder in Internetauktionen versteigert – mit nach oben offener Preisskala. Besonders begehrt ist dabei die Nummer 1. Sie erreicht regelmässig Rekorde, wie «SG 1» (135'000 Fr.) oder «VS 1» (165'000 Fr.). In Basel-Stadt könnte der Sicherheitsdirektor «BS 1» versteigern lassen, traditionell wird dies aber nicht getan. Vielleicht würde dies auch weniger Geld einbringen als andernorts: Im linksgrünen Stadtkanton brachte «BS 2» lediglich 28'500 Franken ein.

Andernorts ist die 1 dem Staat oder besonderen Zwecken vorbehalten: «AG 1» gehört der Polizei, «NW 1» und «GR 1» prangen an Regierungsfahrzeugen. «LU 1» gehört dem Verkehrshaus der Schweiz.

In einigen Kantonen dürfen Private Geschäfte machen

Ausgetüftelt ist das System im Kanton Bern. Jeden Donnerstag startet eine neue Auktion mit sechs speziellen Schildern. Ein-, zwei- oder dreistellige Kennzeichen werden konsequent nur mittels Auktion verkauft. Andere spezielle Schilder stellt der Kanton an den Schaltern der Zulassungsstellen aus. Und zum Start des Automobilsalons in Genf, wenn Autofans die neusten Modelle anschauen gehen, wird wieder eine dreistellige Nummer versteigert.

In die Gänge gebracht hat das lukrative Geschäft der Kanton Solothurn. 1994 war dessen Staatskasse nach dem Untergang der Kantonalbank klamm; man suchte neue Einnahmequellen. Und so wurden erstmals Kennzeichen versteigert: Bei 20'000 Franken schlug damals der Hammer für «SO 1» zu. Nun, nach dem Tod des einstigen Käufers, ist das Schild wieder im Depot; der Finanzdirektor kann auf Geld hoffen.

Das teuerste Schild wurde in Zug verkauft

Das bisher teuerste Schild in der Schweiz war «ZG 10»: 233'000 Franken brachte es ein; ein Mehrfaches des Schweizer Durchschnittslohnes. Immerhin: Will der Zuger Besitzer sein Schild nicht mehr, dürfte er es selbst weiterverkaufen. Denn während in den meisten Kanton das Schild höchstens dem Ehepartner oder Familienmitgliedern übertragen werden kann, erlauben Kantone wie Graubünden, Bern oder Zug den privaten Weiterverkauf. Auch Private dürfen dort versuchen, mit den ins Blech gestanzten Zahlen Geld zu machen.

Auf der Internetplattform Ricardo etwa war gerade eben «ZG 32» für 60'000 Franken ausgeschrieben. Im Thurgauischen dürfen Private ihre Schilder gar über die öffentliche Auktionsplattform verkaufen lassen. In Schaffhausen dagegen wird das Einlösen konsequent verweigert, wenn ein Schild zuvor privat versteigert worden war. Dass der Schilderhandel auf eigene Faust in einigen Kantonen erlaubt ist, ist insofern erstaunlich, dass Kennzeichen als Hoheitsabzeichen gelten. Deshalb müssen sie in der Schweiz hergestellt werden.

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