Wahlen 2015
5 Monate bis zum Wahltag: Das sind die grössten Schwänzer und Streber

Wenige Monate vor den Nationalratswahlen ist es Zeit für einen Leistungscheck: Wer hat geschwänzt? Wer konnte sich am häufigsten durchsetzen? Was die Auswertung sämtlicher 3934 Abstimmungen der laufenden Legislatur ergibt.

Petar Marjanovic, watson.ch
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Verwaiste Plätze im Nationalratssaal.

Verwaiste Plätze im Nationalratssaal.

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In genau fünf Monaten wählt die Schweiz ihre 200 Nationalräte und einen Teil ihrer 48 Ständeräte neu. Am Abend des 18. Oktobers werden wir wissen, wer in der Schweiz in den nächsten vier Jahren das Sagen haben und wie sich die Politik unseres Landes verändern wird.

Fünf Monate vor der Wahl ist es deshalb Zeit zu schauen: Wer hat an den meisten Abstimmungen unentschuldigt gefehlt? Wer hat im Nationalrat am häufigsten Abstimmungen verloren?

Die grössten Schwänzer

Nationalräte können sich bis zum Sitzungsbeginn aufgrund Mutterschaft, Unfall, Krankheit und seit 2014 auch wegen Todesfall im engen Familienkreis entschuldigen. Wer dies nicht tut, gilt unentschuldigt als abwesend und wird so protokolliert.

Platz 1: Der ewige Spitzenreiter ist der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger. Er fehlte an 955 von 3934 Abstimmungen (24.3 %).
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Platz 2: Der zweite Podestplatz geht an BDP-Nationalrat Hans Grunder (BE)
Platz 3: BDP-Nationalrat Martin Landolt (GL) fehlte an 832 von 3934 Abstimmungen (21.1%)
Platz 4: Christoph Mörgeli (SVP/ZH)
Platz 5: Lega-Nationalrat Lorenzo Quadri
Platz 6: Olivier Français (FDP/VD)
Platz 7: Martin Bäumle (GLP/ZH)
Platz 8: Alfred Heer (SVP/ZH)
Platz 9: Luzi Stamm (SVP/AG)
Platz 10: Jacques Neirynck (CVP/VD)

Platz 1: Der ewige Spitzenreiter ist der Walliser SVP-Nationalrat Oskar Freysinger. Er fehlte an 955 von 3934 Abstimmungen (24.3 %).

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Spitzenreiter unter den amtierenden Nationalräten ist SVP-Nationalrat und Walliser Staatsrat Oskar Freysinger. Mit 955 unentschuldigten Absenzen bei Abstimmungen im Nationalrat fehlte er an rund einem Viertel aller Entscheidungen.

Zwei ehemalige Ratsmitglieder, die mittlerweile zurückgetreten sind, fehlten deutlich mehr als Freysinger: Peter Spuhler (SVP) fehlte an 43,9 Prozent aller Abstimmungen. SVP-Übervater Christoph Blocher gar an 992 Abstimmungen (35,63 Prozent) – und damit in absoluten Zahlen mehr als der Walliser Oskar Freysinger.

Häufig schwänzen heisst nicht, dass ein Politiker faul ist. Zur Arbeit im Parlament gehört unter anderem auch dazu, dass man sich in der Wandelhalle unterhält, Bündnisse aufbaut und Medienarbeit macht.

Die grössten Streber

Andere Nationalräte schaffen beides jedoch unter einem Hut. SVP-Nationalrätin Yvette Estermann oder SP-Nationalrätin Nadine Masshardt sind beide profilierte Politikerinnen. Trotz intensiver Medienarbeit gehören sie zu den fleissigsten im Bundeshaus. Estermann wurde gar 2013 für ihre tiefe Abwesenheitsquote mit dem «Gläsernen Parlament» von der Politplattform Politnetz.ch ausgezeichnet.

Platz 1: SVP-Nationalrätin Yvette Estermann (LU) fehlte an 7 von 3934 Abstimmungen (0.2 %). Sie erhielt dafür 2013 das «Gläserne Parlament» von Politnetz.ch. Wenn die Luzernerin nicht mit Plagiaten und falschen Doktortiteln Schlagzeilen macht, reicht sie chancenlose Vorstösse ein. Warum tut sie sich das an?
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Platz 2: SVP-Nationalrat Ernst Schibli (ZH) fehlte an 4 von 1217 Abstimmungen (0.3 %)
Platz 3: SP-Nationalrätin Rebecca Ana Ruiz (VD) fehlte an 4 von 1143 Abstimmungen (0.3 %)
Platz 4: Nadine Masshardt (SP/BE)
Platz 5: Nadja Pieren (SVP/BE)
Platz 6: Andrea Martina Geissbühler (SVP/BE)
Platz 7: Urs Schläfli (CVP/SO)
Platz 8: Giovanni Merlini (FDP/TI)
Platz 9: Jacques Bourgeois (FDP/FR)
Platz 10: Guy Parmelin (SVP/VD)

Platz 1: SVP-Nationalrätin Yvette Estermann (LU) fehlte an 7 von 3934 Abstimmungen (0.2 %). Sie erhielt dafür 2013 das «Gläserne Parlament» von Politnetz.ch. Wenn die Luzernerin nicht mit Plagiaten und falschen Doktortiteln Schlagzeilen macht, reicht sie chancenlose Vorstösse ein. Warum tut sie sich das an?

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Die grössten Verlierer

Wenn die Nationalräte abstimmen, dann gehören sie nicht immer zu den Gewinnern. Oftmals verlieren sie eine Abstimmung. Wir haben ausgewertet, wer am häufigsten eine Abstimmung verloren hat.

Platz 1: SVP-Nationalrat Pirmin Schwander verlor 1649 von 3674 Abstimmungen (44.9 %)
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Platz 2: SVP-Nationalrat Ernst Schibli (ZH) fehlte an 4 von 1217 Abstimmungen (0.3 %)
Platz 3: SVP-Nationalrat Lukas Reimann verlor 1612 von 3761 Abstimmungen (42.9 %)
Platz 4: Gregor A. Rutz (SVP)
Platz 5: Aline Trede (Grüne)
Platz 6: Thomas Matter (SVP)
Platz 7: Toni Bortoluzzi (SVP)
Platz 8: Martina Munz (SP)
Platz 9: Hans Fehr (SVP)
Platz 10: Margret Kiener Nellen (SP)

Platz 1: SVP-Nationalrat Pirmin Schwander verlor 1649 von 3674 Abstimmungen (44.9 %)

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Die grössten Gewinner

Wo es Verlierer gibt, gibt es auch Gewinner. Auch hier stellten wir uns die Frage: Wer stimmt am häufigsten so wie die Mehrheit im Nationalrat?

Platz 1: CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter gewann am meisten Abstimmungen: 3302 von 3703 (89.2 %)
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Platz 2: Karl Vogler (CSP/OW) gewann 3325 von 3731 Abstimmungen (89.1 %)
Platz 3: Guillaume Barazzone (CVP)
Platz 4: Ida Glanzmann-Hunkeler
Platz 5: CVP-Parteipräsident Christophe Darbellay gewann immerhin 2811 von 3215 Abstimmungen.
Platz 6: CVP-Nationalrat Urs Schläfli Auftakt mit Reden und Apéro Nationalrat Urs Schläfli
Platz 7: Jean-Paul Gschwind (CVP)
Platz 8: Yannick Buttet (CVP)
Christine Bulliard-Marbach (CVP)
Platz 10: CVP-Nationalrätin Ruth Humbel

Platz 1: CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter gewann am meisten Abstimmungen: 3302 von 3703 (89.2 %)

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