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«20 Minuten» reagiert auf die Fernsehpläne des «Blick»

Hier soll bald nicht nur geschrieben, sondern auch Videos produziert werden: Blick in die Redaktionsräume von 20minuten in Zürich, aufgenommen am 11. Juli 2013.  (KEYSTONE/Christian Beutler)

Hier soll bald nicht nur geschrieben, sondern auch Videos produziert werden: Blick in die Redaktionsräume von 20minuten in Zürich, aufgenommen am 11. Juli 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Das Tamedia-Newsportal will verstärkt auf Videos setzen – und sucht Personal für einen Web-TV-Kanal.

Die Pendlerzeitung «20­Minuten» ist dabei, einen Web-TV-Kanal aufzubauen. Sie rekrutiert Nachrichtenjournalisten, die bereit sind, vor die Kamera zu stehen. Gemäss Informationen der «Schweiz am Wochenende» ist ein Team von rund einem Dutzend Journalisten im Entstehen.

Damit reagiert «20 Minuten» auf die Video-Offensive des Ringier-Verlags, der nächstes Jahr mit «Blick TV» loslegt. 16 Stunden am Tag will das Portal senden. Von CNN kauft es internationale Videos ein.

Konkurrenz auch um Mitarbeiter

Während viele andere Zeitungen Bezahlschranken einführen, setzen die boulevardesken Online-Auftritte von «Blick» und «20 Minuten» weiterhin auf Gratisinhalte und möglichst grosse Reichweite. Sie stehen mit jährlich 5,7 («20 Minuten») beziehungsweise 5,4 Millionen («Blick») Geräten, die auf die Seiten zugreifen, in direkter Konkurrenz. Offenbar werben sie nicht nur um Leser und künftige Zuschauer, sondern auch um Personal. So soll es zu Abwerbeversuchen von «Blick-TV»-Journalisten durch «20 Minuten» gekommen sein. Der bekannteste Name beim Ringier-Projekt ist der langjährige «Arena»-Moderator Jonas Projer. Er ist Chefredaktor von «Blick-TV».

Bei «20 Minuten» gibt man sich bedeckt. Auf Anfrage will Chefredaktor Gaudenz Looser keine Auskunft geben. Er werde zu gegebener Zeit informieren. Er verweist auf frühere Aussagen in einem Interview mit dem Branchenportal «Persönlich». Auf die Frage, wann seine Zeitung ins Web-TV-Geschäft einsteige, sagte er dort: «Sie können davon ausgehen, dass wir die beträchtlichen Anstrengungen unseres Marktbegleiters aufmerksam verfolgen und eine passende Antwort darauf haben werden.» (rit)

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