1700 Unterschriften für den Erhalt der «Alten Bürsti»

Nur gerade 30 Tage brauchte die IG Alte Bürsti, um 1700 Unterschriften für ihre Petition zu sammeln. Ateliers und Werkstätten in der ehemaligen Bürstenfabrik sollen bestehen bleiben.

Merken
Drucken
Teilen
bürsti.jpg

bürsti.jpg

Aargauer Zeitung

Heinz Härdi

Beeindruckt zeigt sich Oberentfeldens Gemeindeammann Ruedi Berger, als er von den 1700 Unterschriften für die «Alte Bürsti» hört. «Das ist eine starke Willensbezeugung, darüber kann man nicht einfach hinwegsehen», sagt er auf Anfrage.

Die Unterschriftensammlung startete, weil der Gemeinderat die Absicht hat, das Fabrikareal zu verkaufen, denn die Industriebrache an der Köllikerstrasse ist sanierungsbedürftig.

«Wir wissen noch gar nicht, ob sich die Gebäude überhaupt wirtschaftlich sanieren lassen», sagt Ruedi Berger weiter. Die Firma Losinger Construction AG sei noch immer daran, dies zu prüfen. Letztlich ist es wie immer eine Geldfrage. Seit 1996 vermietete die Bauverwaltung die Hallen, Werkstätten und Ateliers an Handwerker und Dienstleister, Kunst- und Kulturschaffende, Bands und Vereine. «Es geht um die Frage, ob diese Szene erhalten werden soll», sagt Ruedi Berger. Wenn dies aber «in die Millionen» geht, sei fraglich, ob der Oberentfelder Souverän dies tatsächlich unterstützen will.

Geld von einer Stiftung?

Einen Schritt weiter ist schon die IG Alte Bürsti. Sie respektive Kunstmaler Hannes Egli teilt mit, dass sie Kontakt zu einer Stiftung aufgenommen habe, die Pensionskassengelder in umgenutzte Fabrikliegenschaften investiert. Ausserdem lasse sich die IG von externen Baufachleuten beraten.

«Die Unterschriftensammlung war eine ideale Plattform für Gespräche über die alte Bürsti», schreibt Hannes Egli weiter. Ein überraschend grosser Anteil der Angesprochenen wisse über die Aktivitäten auf dem Areal Bescheid und sei der Meinung, sie sollten bleiben. «Wir konnten viele positive Rückmeldungen und Zeichen der Ermutigung entgegennehmen.» Andere hätten sich nach einer kurzen Information über das Areal zu einer Unterschrift umstimmen lassen. Jüngere Leute interessierten sich vor allem für den Erhalt des Jugendtreffs Böröm Pöm Pöm, ältere Menschen betrachten die Alte Bürsti als Teil ihrer Biografie und der Dorfgeschichte.

Bereit für ein Referendum

Fest steht, dass die Oberentfelder Gemeindeversammlung so oder so in nächster Zukunft über die Zukunft der Alten Bürsti wird abstimmen müssen. Entweder über den Verkauf der Gebäude oder über einen Kredit für deren Sanierung. Von besonderer Bedeutung ist da, dass 500 der 1700 Unterschriften von Oberenfelder Stimmberechtigten stammen. Dies würde gar für ein Referendum reichen.