Vermischtes

Viele Schweizer glauben, dass sie die Kontrolle über ihre Daten verloren haben

Viele Internetnutzer zweifeln an der Richtigkeit der Nachrichten in ihrem News Feed. Aber nur die wenigsten User überprüfen diese anhand von anderen Quellen.

Viele Internetnutzer zweifeln an der Richtigkeit der Nachrichten in ihrem News Feed. Aber nur die wenigsten User überprüfen diese anhand von anderen Quellen.

Herr und Frau Schweizer machen sich beim Surfen im Internet zwar Gedanken über den Umgang mit ihren Daten, handeln aber oft unbedarft. Zu diesem Schluss kommt eine Befragung der Universität Zürich.

(mg) Internetnutzer in der Schweiz sind im Durchschnitt dreieinhalb Stunden pro Tag Online. Das hat eine am Montag publizierte Umfrage der Universität Zürich ermittelt. Dabei beschäftigte die Forscher vor allem der Umgang und die Kenntnisse im Zusammenhang mit Algorithmen.

«Trotz hoher täglicher Nutzung herrscht erstaunliches Unwissen. Jeder Dritte weiss beispielsweise nicht, dass Google-Suchen mit den gleichen Suchbegriffen bei verschiedenen Personen zu unterschiedlichen Resultaten führen können», sagt Michael Latzer, Professor für Medienwandel & Innovation an der Universität Zürich. Acht von zehn Internetnutzern wüssten nicht, dass News Feeds auf Facebook und ähnlichen Diensten durch Algorithmen und nicht von dafür angestellten Personen selektiert werden.

Viele haben bereits resigniert

Ein «diffuses Bewusstsein über Risiken» der Algorithmen sei vorhanden, heisst es in der Mitteilung. Die wahrgenommenen Risiken stünden allerdings im Widerspruch zu den individuellen Schutzmassnahmen. 93 Prozent aller Internetnutzer machen sich Gedanken über einseitige oder verzerrte Informationsvermittlung im Internet, aber nur gerade ein Viertel prüfe die Richtigkeit von Nachrichten in ihrem News Feed, indem sie zusätzliche Quellen konsultierten. Auch passen nur 32 Prozent die jeweiligen Datenschutzeinstellungen an.

Zum laschen Umgang kommt auch noch die Resignation: Ein Drittel aller User habe das Gefühl, die Kontrolle über ihre Daten im Internet komplett zu verlieren. Sechs von zehn Schweizer Internetnutzer und Internetnutzerinnen glauben gar akzeptieren zu müssen, dass es im Internet sowieso keine Privatsphäre mehr gibt.

Grundsätzlich bewerten die Schweizer das Internet aber positiv. Laut der Umfrage sind acht von zehn Nutzer froh, dass es das Internet gibt und zwei Drittel finden, dass das Internet gut für die Gesellschaft ist.

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