Lengnau
Zuversicht trotz weltweiter Krise

In der Branche nimmt der Betrieb in der Lengnauer Industriezone Moos eine Vorreiterrolle ein. Fast 70 Prozent des Umsatzes werden im Exportgeschäft erzielt – und dieses soll noch ausgebaut werden.

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Premex

Premex

Grenchner Tagblatt

Renommierte Weltfirmen gehören zur Kundschaft

1976 gründeten Klaus Preuss und André Schlageter die Kollektivgesellschaft Medimex, Schlageter und Preuss. Firmenzweck war, medizinische Apparate herzustellen. Bald wurde die Geschäftstätigkeit erweitert und aus Italien importierte Hochdruckautoklaven vertrieben. Dieser Zweig florierte. Bald stellten die beiden Jungunternehmer fest, dass die eingeführten Maschinen zu wenig auf die Kundenbedürfnisse abgestimmt waren. Darum entschieden sich Schlageter und Preuss, die Produkte im eigenen Betrieb herzustellen. Dank dem technischen Flair und der Innovationsfreudigkeit von Klaus Preuss wurde die Firma mit ihren kundenspezifischen Sonderanfertigungen bald zu einem geschätzten Partner der Chemie-, Pharma- und Petroindustrie. Auf der Kundenliste standen namhafte Weltfirmen wie Novartis, BASF, Givaudan oder Roche. Trotz Geschäftserfolgen kams zur Trennung: André Schlageter übernahm die Sparte medizinische Apparate und Klaus Preuss führte die Entwicklung und Produktion der Hochdruckautoklaven und Magnetrührer weiter. 1996 erfolgte die Umwandlung in eine Familien-AG mit der neuen Firmenbezeichnung Premex Reactor AG. Nach der Jahrtausendwende zog sich Klaus Preuss immer mehr aus dem Tagesgeschäft zurück. 2005 übernahm Tochter Andrea Zbinden-Preuss das Präsidium des Verwaltungsrates, die Aktienmehrheit und die Leitung der Abteilungen Marketing und Finanzen. Ihr Gatte Hans Peter Zbinden wird CEO und ist für Verkauf, Produktion und Technik zuständig. Firmengründer Klaus Preuss bleibt weiterhin Mitglied im dreiköpfigen Verwaltungsrat. Die Premex Reactor AG an der Industriestrasse 11 in Lengnau beschäftigt heute 18 Personen, davon drei Freelancer und einige Teilzeitangestellte. (egl)
www.premex-reactorag.ch

Edi Gubler

Die Autoklaven und Rührwerke aus dem Hause Premex sind immer Spezialanfertigungen. Sie werden in Zusammenarbeit mit den Kunden weiterentwickelt und deren speziellen Bedürfnissen angepasst. So vielseitig wie die chemischen Prozesse sind, genau so vielseitig können die Anlagen sein. Hauptsächlich sind es die Ideen von Hans Peter Zbinden, die in der Geschäftsstrategie der zweiten Generation umgesetzt werden. Eines der Ziele der Premex Reactor AG ist, ausserhalb Europas neue Absatzmärkte zu erschliessen. Andrea Zbinden-Preuss: «Weltweit besuchen wir neue Messen im Fachgebiet Verfahrenstechnik und Biotechnologie. Wir wollen uns präsentieren und hoffen, so eine Vertretung für die Produkte aufbauen zu können. Bereits erfolgreich Fuss fassen konnte Premex in Russland, China und Südafrika.» Absatzgebiete wie Indien und Brasilien würden verstärkt bearbeitet. Es erstaunt nicht, dass die Lengnauer Firma fast 70 Prozent des Umsatzes im Exportgeschäft erzielt. Die Zukunftsaussichten der Branche und der Premex werden von der Verwaltungsratspräsidentin positiv beurteilt: «Wir treten genau in jenen Märkten auf, bei denen das grösste Wachstumspotenzial erwartet wird - auch während und trotz der weltweiten Krise.»

Zwei weitere Standbeine

Eine weitere nachhaltige und erfolgreiche Geschäftsstrategie war die Erweiterung der Firma mit zwei neuen Standbeinen. Als Handelsprodukt und optimale Ergänzung zu den Autoklaven und
Magnetrührern verkauft die Premex Temperiergeräte für Bereiche von minus 120 bis plus 400 Grad Celsius der Firma Peter Huber, Kältemaschinenbau GmbH in Offenburg. Die Wartung dieser Produkte wurde dem Spezialisten der Kältetechnik, der Firma Coolman in Lengnau, anvertraut.

2004 entstand die Idee eines Verbundes von Spezialisten. In einem Pool sind die deutsche Firma ILS als Planungsbüro für das chemische Verfahren, die holländische Pro Control (Planung und Bau der Steuerung) und die Premex (Konstruktion und Bau der Anlagen) zusammengeschlossen. So kann die Lengnauer Firma der Kundschaft Gesamtlösungen anbieten. Diese zukunftsorientierte Verfahrenstechnik mit einem grossen Entwick-lungspotenzial war einer der Hauptgründe für die Unterstützung der Wirtschaftsförderung für die geplante Erweiterung. Denn die stetige und erfreuliche Entwicklung der Firma führte dazu, dass Entwicklung, Produktion, Administration und Lager immer enger zusammenrücken mussten. Ein Arbeiten unter optimalen Bedingungen ist kaum mehr möglich. Die Geschäftsführung prüfte daher die Planung eines Um- und Anbaus, mit dem im letzten Jahr begonnen wurde.

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