Solothurn

Wohnen trotz Krise ein Thema

Eröffnung der Socasa.

Socasa Eröffnung

Eröffnung der Socasa.

Wohin steuert der Wohnungsmarkt in der Schweiz und speziell in der Region Solothurn? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Socasa-Eröffnung. 100 Aussteller zeigen praxisbezogen Trends zu Eigenheim und Wohnen – vor allem aber alles zur Gartengestaltung in der «Grünen Oase».

«Ein neues, modernes Messebild», das die «gängigen Messeklischées verlässt» - damit hatte OK-Präsident Roger Saudan zur Eröffnung der 5. Socasa nicht zuviel versprochen. Die «Grüne Oase mitsamt Birkenwäldchen, freute schon bei der Türöffnung den Socasa-Partner, den Solothurner Gärtnermeisterverband.

Dessen Präsident Anton Sonderegger meinte: «Das Resultat ist sehr schön. Und die Leute sind auch gleich hereingeströmt.» Leute, die Sonderegger und zwei stets präsente Fachleute bei Gartenfragen beraten möchten - diskutiert werden kann aber auch mit den Gärtnerlehrlingen bei ihren Demonstrationsarbeiten.

Doch neben diesem effektiv «grünen» Thema steht ein anderes ebenso im Zentrum: Die Energieeffizienz. Am Meetingpoint in der Reithalle werden dazu alle Fragen auch zu erneuerbaren Energien unter anderem durch die Energiefachstelle des Kantons beantwortet.

Noch funktioniert der Markt

Schon Roger Saudan hatte gefragt: «Warum jetzt bauen?» und die Antwort geliefert: Weil die Hypothekarzinsen auf einem Rekordtief von 2,5 bis 3 Prozent, bei Festhypotheken noch tiefer angelangt seien -«und die Tendenz ist sinkend». Somit sei «der richtige Zeitpunkt zum Planen und Umsetzen gekommen.»

Die übergeordnete Sicht zum aktuellen Wohnungsmarkt und der Wohnungspolitik des Bundes vermittelte dazu Peter Gerber, Direktor des Bundesamtes für Wohnungswesen. «Noch sehr gut» funktioniere der Wohnungsmarkt, meinte der Referent angesichts einer hohen Produktion, auf die landesweit 10 Prozent mehr Baubewilligungen hindeuteten.

Auch der Lehrwohnungsbestand sei vor allem in den Agglomeration mit 1 bis 1,5 Prozent tief, im Kanton Solothurn zeigten aber die 2,5 in einzelnen Regionen wie dem Wasseramt, dass diese nicht mehr zur «prime site» gehörten. Gestützt werde die Nachfrage durch die tiefsten Hypothekarzinsen seit den 30er Jahren, «und in den letzten acht Jahren sich auch die Preise für Wohneigentum nur moderat gestiegen», so Gerber.

Mit den 20 Prozent höheren Preisen habe sich keine Immobilienblase wie in Spanien oder Grossbritannien bilden können, wo Preissteigerungen von 130 und 110 Prozent die Regel gewesen seien. Positiv bewertete der Referent die Wohnugnsversorgung in der Schweiz - die 44 Quadratmeter pro Kopf bei Eigentum sei ein europäischer Spitzenwert. Nachteilig wirke sich der hohe Einfamilienhausbestand aus, «Zersiedelung» sowie «hoher Boden- und Energieverbrauch» waren für Gerber die Stichworte dazu.
Energieeffizienz wird gepusht

Neben Abstechern ins Mietrecht und den neuesten politischen Entscheiden in Sachen Wohnungspolitik griff Peter Gerber insbesondere die Förderungs-, aber auch Zwangsmass-nahmen auf, die zur Verbesserung der Energiebilanz bei Wohnbeiten durch den Bund, aber auch die Kantone ergriffen werden. «1975 verbrauchte ein Gebäude 22 Liter Heizöl, jetzt soll der Wert von zuletzt 9 auf noch 4,8 Liter pro Quadratmeter bei Neubauten gedrückt werden», zeigte er auf, wie drastisch sich der Energieverbrauch künftig reduzieren soll.

So kann künftig auch der Minergie-Standard nur noch bei einem Verbrauch von 3,8 Litern pro Quadratmeter beansprucht werden. Weniger erfreulich fiel Gerbers allgemeiner Ausblick aus: «Die Krise wird sich auswirken», ist er überzeugt. «Die Zinsen gehen wieder rauf, schon nur weil sie tiefer kaum mehr fallen können.» Auch die Leerwohnungsbestände würden zunehmen - nicht zuletzt durch die Überalterung der Bevölkerung und die rückläufige Einwanderung, die «in den letzten drei Monaten deutlich gesunken ist.»

Die Socasa ist am Freitag von 16 bis 20 Uhr geöffnet, am Samstag dann von 11 bis 20 Uhr, am Sonntag nochmals von 11 bis 18 Uhr. www.socasa.ch

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