Gondiswil
Wirtschaftskrise ist für einmal unsichtbar

Ob Roggwil, Koppigen, Seeberg oder Gondiswil – in der Region standen am Wochenende diverse Gewerbeausstellungen im Mittelpunkt. Dabei war nicht die derzeitige Wirtschaftskrise das Hauptthema, sondern die attraktiven Angebote.

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Rasenmäher

Rasenmäher

az Langenthaler Tagblatt

Cyril Beck, Ernst Glur, Hanspeter Lindegger

Die nach einem fünfjährigen Unterbruch erstmals wieder durchgeführte Roggwiler Gewerbeausstellung lockte viel Publikum ins Ausstellungsgelände - in und um die Sporthalle Hofstätten. Seinen Beitrag zum Erfolg leistete neben dem Rahmenprogramm vor allem das vielfältige Ausstellungsangebot. Über 60 Aussteller präsentierten ihre Produkte oder priesen ihre Dienstleistungen an. Dieses Engagement werteten OK-Präsident Bruno Ammann wie auch Gewerbepräsident Martin Stucki als positives Zeichen des persönlichen Mutes zu einer innovativen und fortschrittlichen Geschäftsführung. Die Einstellung lobte auch Robert Suter (Niederbipp) als Vizepräsident der Berner KMU. «Wir Gewerbler sind nicht Manager - wir sind Unternehmer», sagte er bei der Eröffnungsansprache. Mit den Worten «Die Gemeinde braucht ein starkes Gewerbe, und das Gewerbe braucht eine starke Gemeinde», sprach Gemeindepräsident Erhard Grütter das Miteinander von Gewerbe und Gemeinde und gleichzeitig das Motto «Zäme» der Roga 09 an.

«Auch wenn wir in einer wirtschaftlich angespannten Zeit leben, dokumentieren die Aussteller: Sie blicken mit einer gesunden Prise Optimismus in die Zukunft», sagte Ammann. Er freute sich über den grossen Besucheraufmarsch. Dies beweise ihm: Im Dorf werde das Handwerk geschätzt und der fachgerechten Beratung grosses Gewicht beigemessen. Dass die stetigen Veränderungen im traditionellen Handwerksbetrieb, wie aber auch im modernen Industriesektor und im Dienstleistungsangebot mit Elan angepackt werden, das zeige diese Ausstellung - sie wurde so zu einer eindrücklichen Leistungsschau. Nicht nur aus der Sicht der Verkaufsförderung beurteilte Gewerbepräsident Stucki die Roga positiv. Er hob den Wert der persönlichen Kontaktaufnahme hervor. «Das ist ein wichtiger Faktor im Dienste einer seriösen Kundenbetreuung.»

Die Zukunft interessiert - nicht die Vergangenheit

Auch die Koppiger Gewerbeausstellung (GAK) vom vergangenen Wochenende überzeugte durch gute Organisation - und durch die teilweise sehr aufwändig und kreativ gestalteten Stände der über 60 Aussteller. Ob es daran lag, dass der Gewerbeverein Koppigen und Umgebung dieses Jahr sein 100-jähriges Bestehen feierte? Der Verein um Präsident Urs Schneider verzichtete jedoch bewusst auf eine Rückschau, denn: «Die Zukunft interessiert uns», sagte Schneider bestimmt. Die Gegenwart an der GAK war jedenfalls glaubwürdig. Die Aussteller - darunter auch etliche Vereine und Institutionen - legten sich ins Zeugs, und boten den Besuchern viele Attraktionen: Wer wollte, vergnügte sich mit Videogames, füllte Wettbewerbe aus, übte sich im Torwandschiessen oder verfolgte am Stand der Käserei Beutler die Käsefabrikation live mit. Die Wirtschaftskrise, die gegenwärtig in aller Munde ist, beschäftigte das Koppiger Gewerbe kaum. Für Schneider, der neben dem Gewerbeverein auch ein Baugeschäft führt, hängt dies mit der breit diversifizierten lokalen Wirtschaft zusammen: Man sei so nicht von einzelnen Grossbetrieben oder Märkten abhängig, sagte er. Nicht zu klagen hatte auch Heinz Zurfluh, Inhaber eines Architekturbüros: «Die Leute mieten wohl eher Wohnungen als sie zu kaufen - gebaut wird trotzdem.» Christoph Grogg, Inhaber der Elektro Grogg AG, wusste gar von einem «Rekordsommer» zu berichten. Die Bemühungen der Aussteller fanden beim Publikum Anklang: Das Ehepaar Affolter aus Koppigen hob den positiven Gesamteindruck der Ausstellung hervor.

«Nur die Banken sind zugeknöpfter»

Prächtiges Wetter, ein reichhaltiges Angebot, einige Attraktionen und ein grosser Besucheraufmarsch, das war das erfreuliche Fazit der GEWA 09 des Gewerbevereines Seeberg und Umgebung in der Grasswiler Mehrzweckhalle. Auch hier präsentierten sich die 26 Aussteller zukunftsorientiert und qualitätsbewusst. Als besondere Attraktion war die Tourismusregion Bürchen-Unterbäch aus dem Wallis vertreten. Das OK mit Präsident Hans Jürg Grütter hatte es verstanden, mit den Ausstellern eine gut durchmischte GEWA aufzubauen. Die meisten Stände an der Ausstellung waren aus der Baubranche, der Landwirtschaft sowie dem Dienstleistungssektor. Alle präsentierten gerne ihre Produkte. «Nur die Banken sind zugeknöpfter geworden als bei der vorherigen Ausstellungen», so Grütter.

Und zu guter Letzt organisierte ebenfalls der Gondiswiler Gewerbeverein wieder eine Ausstellung in der Region - und das nach zehn Jahren Unterbruch. Gute Organisation, grosse Vielfalt an ausgestellten Produkten sowie viele Besucher waren die Stichworte zu dieser Gewerbeausstellung. «Die ganze Gemeinde machte mit», so OK-Präsident Kurt Kleeb. Es waren nicht nur Gewerbetreibende, die ihre Produkte präsentierten, sondern auch diverse Dorfvereine. Die kleinen Gäste freuten sich über die Kinderecke und die Senioren brachten den 60 alten Fotos von Gondiswil und Umgebung grosses Interesse entgegen. Es waren alles Fotos des Gondiswilers Johannes Schär-Iff, bekannt unter dem Namen Dängihannes. Er war Staatsbannwart, Hüttenschreiber und Fotograf. Laut Kleeb kennen die Gondiswiler Gewerbetreibenden keine Krise. Im Gegenteil: Die eingegangenen Arbeitsaufträge seien sehr erfreulich. Diese Aussage bestätigten auch viele andere Gondiswiler Gewerbetreibende.