Wanderkarte mit Lücken

Die Gemeinden Rothenfluh, Anwil und Buus wundern sich. Ihre Wanderwege sind auf der neuen Wanderkarte zur Region Basel nicht eingezeichnet.

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Muriel Mercier

Die Rebenwege in Buus, der Talweiher zwischen Rothenfluh und Anwil und der vor zwei Jahren eröffnete Kulturweg bei «Ammel» sind beliebte Ausflugsziele für Wanderlustige, die im Baselbiet die Natur geniessen wollen. Ende September veröffentlichte Wanderwege beider Basel zum ersten Mal eine Wanderkarte im Massstab

1:25 000 statt der üblichen 50 000 (bz berichtete am 9. Oktober). Die neue Karte deckt die Wanderrouten der ganzen Region, von Basel-Stadt bis Zeiningen (AG) und von der nördlichen Landesgrenze bis Mümliswil (SO) - insgesamt 125 Gemeinden - ab. Die Gemeinden östlich von Ormalingen jedoch fehlen gänzlich.

Weglassen war Kompromisslösung

Die übergangenen Dörfer freut das gar nicht. «In Buus wird viel gewandert. Entweder laufen die Wanderer auf die Farnsburg oder sie fahren nach Magden und wandern zurück», bestätigt Gemeindepräsident Marc Brodbeck. Zudem findet in Buus jedes Jahr im August das in der Region bekannte Weinfest statt. «Auf dieser Karte sollten die Wandergebiete aller Baselbieter Gemeinden eingezeichnet werden.» Auch Claudia Zimmerli, Gemeinderätin von Rothenfluh, kann den Entscheid nicht nachvollziehen. «Wir verfügen über eine grosse Fläche an Naherholungs- und Naturschutzgebiet. Und neben Liestal besitzen wir am meisten Waldabschnitte.» Ebenso versteht Christof Kühni von der Verwaltung Anwil die Angelegenheit nicht: «In Ammel besteigen die Wanderer den obersten Punkt des Kantons. Und immer wieder trifft man auf Feuerstellen am Wegrand.»

Die Baselbieter Gemeinden im Osten wurden aber nicht einfach vergessen, wie Walter Madörin, Präsident der Wanderwege beider Basel, betont. «Wir haben für die Wanderkarte das grösstmögliche Druckformat verwendet und konnten trotz allem nicht alle Gemeinden berücksichtigen.» Es sei ein Entscheid des Verlages Orell Füssli gewesen, da die Kunden vor allem aus Stadtnähe kommen und der Bezirk Laufen aufgeführt werden musste. «Die Einwohnerzahl ist in den Gemeinden Richtung Aargau geringer.»

Kurt Daepp, Geschäftsführer von Orell Füssli Kartographie AG, konkretisiert die Gründe: «Wir haben noch nie eine solch teure Karte herausgegeben. Wir mussten uns überlegen, ob der Konsument bereit ist, knapp 35 Franken dafür auszugeben. Denn die amtlichen Gebühren des Bundesamtes für Landestopographie von über neun Franken pro Karte belasten den Verkaufspreis stark.» Daepp hat mit Reaktionen aus den betroffenen Gemeinden gerechnet. «Es war halt einfach eine Kompromisslösung.»

Rothenfluh überlegt sich Reaktion

Madörin kann sich vorstellen, eine weitere Auflage mit einer zweiseitigen Karte zu drucken, sollte die aktuelle Karte Anklang finden. «Es gibt aber Wanderkarten aus dem Aargau, auf der die Baselbieter Gemeinden bis Ormalingen abgebildet sind.»

Dennoch können sich Zimmerli und Brodbeck vorstellen, mit Madörin diesbezüglich Kontakt aufzunehmen. «Ich frage die Nachbargemeinden. In dieser Sache ist noch nicht alles gegessen», sagt Brodbeck. Die Gemeinde Ormalingen, die ganz knapp auf der Karte nicht mehr erscheint, sieht die Sache nicht so wild: «Es gibt in der Schweiz sicher schönere Wandergebiete. Die Leute kommen dafür bestimmt nicht extra nach Ormalingen», sagt Philipp Kraus von der Verwaltung.