Brasilien

Umweltkatastrophe: Fischsterben nach Bergwerks-Dammbruch

Der austretende Schlamm zerstörte das Bergdorf Bento Rodrigues praktisch komplett.

In einem Eisenerz-Bergwerk sind am 5. November zwei Dämme gebrochen.

Der austretende Schlamm zerstörte das Bergdorf Bento Rodrigues praktisch komplett.

Drei Wochen nach einem Dammbruch in einem Eisenerz-Bergwerk in Brasilien sind etwa neun Tonnen Fisch in einem Fluss verendet.

Giftschlamm aus dem geborstenen Klärbecken der Mine haben rund 800 Kilometer des Rio Doce bis zur Mündung im Atlantischen Ozean verschmutzt. 

Dies berichtete das Portal UOL am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf die Umweltbehörde. Wie viele Menschen bei dem Unglück starben, ist weiter unklar. Bislang wurden 13 Leichen geborgen, weitere 10 Menschen galten noch als vermisst, wie die Feuerwehr im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais am Freitag mitteilte.

Die brasilianische Regierung erwägt nach Angaben der Zeitschrift "Epoca", das Bergwerk-Unternehmen Samarco wegen der Umweltkatastrophe zu verklagen. Staatschefin Dilma Rousseff wolle am Freitag mit den Gouverneuren der betroffenen Bundesstaaten Minas Gerais und Espírito Santo zusammenkommen, um eine gemeinsame Strategie abzusprechen.

Samarco, nach eigenen Angaben die zehntgrösste Exportfirma Brasiliens, gehört zu gleichen Teilen dem brasilianischen Bergbaukonzern Vale und dem australischen Unternehmen BHP Billiton.

Millionen-Strafe

Die Umweltbehörde IBAMA hat Samarco Strafgelder über 250 Millionen Reais (rund 68 Mio. Franken) auferlegt. Die Bundesstaatsanwaltschaft hat das Unternehmen ausserdem dazu verpflichtet, ein Entschädigungsfonds von 500 Millionen Reais bereitzustellen. Samarco hat bislang nur 200 Millionen Reais dieses Betrags hinterlegt, wie der Fernsehsender R7 am Freitag berichtete.

UNO-Experten hatten zuvor die brasilianische Regierung und das betroffene Bergbauunternehmen aufgerufen, angesichts der Gefahr durch giftige Substanzen umgehend Massnahmen zum Schutz der Umwelt und der Menschen in dem Gebiet zu treffen.

Durch das Bersten des Beckens seien 50 Millionen Tonnen Eisenerz-Abfälle ausgelaufen, die giftige Schwermetalle und Chemikalien enthielten, hiess es in einer UNO-Mitteilung. Das Bergwerk-Unternehmen Samarco gab indessen bekannt, dass der Schlamm nach Laboranalysen die Gesundheit von Menschen nicht gefährde.

"Das Ausmass des Umweltschadens entspricht 20'000 olympischen Schwimmbecken mit Giftschlamm", sagte UN-Experte John Knox. In einem grossen Gebiet seien der Boden, die Flüsse und das Wassersystem kontaminiert worden. Die Schlammlawine hatte die rund 600 Einwohner zählende Ortschaft Bento Rodrigues, 250 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro, überrollt.

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