Markt
Trettmobile fahren und Schmuck kaufen

Graffitis kann man malen, nicht nur sprayen. Aus Fimo lassen sich Schmuckstücke herstellen. Und Go Kart fahren ist out – stattdessen sind Trettmobile im Kommen. Der Kunstgewerbemarkt in Lengnau bot viel Lehrreiches. Gross und klein fanden etwas Passendes.

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Schwarze Vögel

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Solothurner Zeitung

Janine Aegerter

«Graffitis sind keine Sprayer-Kunstwerke, sondern eine Malkunst, die aus dem Bündnerland stammt.» Mit dieser Aussage wird die Kunstschaffende Iris Gfeller manchen Sprayer vor den Kopf stossen. Sie stellte ihre Bilder heuer zum ersten Mal am Kunstgewerbemarkt in Lengnau aus, einen Teil davon bezeichnet sie als Graffitis. «Das Prinzip ist einfach», erklärte sie, «man nimmt eine Leinwand, grundiert sie mit einer Farbe und lässt das Ganze trocknen».

Danach nehme man eine Kontrastfarbe und trage sie auf die Grundierung auf. Während die zweite Schicht noch feucht sei, ziehe man mit einem Werkzeug die Grundierungsfarbe heraus. «Man kratzt und schabt und bekommt ein fast dreidimensionales Ergebnis», so Gfeller.

Tatsächlich sehen ihre Bilder aus, als ob die Gegenstände dem Betrachter entgegenkommen. Für ihre Graffitis verwendet die Bernerin Acryl- oder Ölfarben. «Malen ist für mich eine Passion», sagte sie. Manchen Menschen würden lange Reisen unternehmen, um schöne Dinge zu sehen. «Ich kann malen und erlebe so eine Reise in meinem Kopf».

Wer mit seinen Kindern am Kunstgewerbemarkt unterwegs war, erlebte am letzten Stand eine kleine Überraschung. Roland Schneider, Landwirt aus Hagneck, stellte sogenannte Trettmobile zur Verfügung. Die Gefährte ähneln Go Karts und sind vor allem für Kinder, aber auch für Erwachsene gedacht. «Dieses Gefährt dort», erklärte Schneider und deutete auf ein Balancebike, «hält ein Gewicht bis zu 130 Kilos aus».

Seinen Namen trägt es zu Recht. Es erfordert etwas Geschick, damit fahren zu können, da es extrem beweglich ist. Schneider nutzte den Kunstgewerbemarkt, um seine Trettmobile bekannter machen. «Ich habe im Sinn, in Hagneck einen Kinderspielplatz mit Trettmobilen zu realisieren», verriet er. Momentan könne man die Trettmobile bei ihm mieten, doch gebe es noch keinen öffentlichen Platz, wo man sie direkt vor Ort ausprobieren könne.

Zum Gegenwert von zwei Franken durften kleine und grosse Besucher die Trettmobile ausprobieren und auf dem Platz herumkurven. «Es bereitet mir grosse Freude, den Kinder zuzuschauen», sagte Schneider, der selber Vater von drei Kindern ist. Dabei strahlten seine Augen und die Vermutung lag nahe, dass er selber auch gerne ab und zu auf den Kleinautos herumkurvt.

Schmuckliebhaber konnten sich einer grossen Vielfalt von Ringen, Halsketten und sogar Brillenetuis mit Tierfellmotiven erfreuen. Jessica Hamel aus Lengnau stellte an ihrem Stand Fimoschmuck aus. Sie fertigt unter anderem Ohrenschmuck, Halsketten aber auch Eier aus Fimo. «Vor zirka einem Jahr habe ich damit angefangen», erklärte sie. Zuerst habe sie sich mit Figuren versucht, habe jedoch schnell bemerkt, dass ihr das nicht liege. «So bin ich zum Schmuck gekommen.»

An Ideen mangelt es Jessica Hamel nicht, wie ihr Sortiment zeigt. Manche ihrer Stücke erinnern in ihrer Form an Lakritzbonbons oder Schokolade, eine Halskette ist in diversen Grüntönen
gehalten, «den Farben der aktuellen Sommerbikinis», wie Hamel lachend
erklärte.

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