Slow Up
Tandem-Fahren will gelernt sein

Der autofreie Erlebnissonntag kam hervorragend an. Als «Slow-up Basel-Dreiland» deklariert, löste er am Sonntag in der Region eine Massenbewegung aus. Zur Verfügung standen 60 Kilometer Strassen, wo sonst die Autos rollen.

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Aargauer Zeitung

Peter Rombach

Velofahrer und Skater, aber auch Fussgänger genossen den autofreien Strassenraum. Die einen liessen es in aller Gemütsruhe rollen, andere wiederum bevorzugten die sportliche Note, um möglichst alle Rundkurse zwischen dem Elsass, Basel und den beiden Rheinfelden abzufahren. Als Slow-up-Geschäftsführer Wendel Hilti am Sonntagabend Bilanz zog, nannte er die Zahl von rund 45 000 Teilnehmenden - etwas mehr als im vergangenen Jahr. Die neue Schlaufe über Rheinfelden-Kaiseraugst-Augst sei gut angenommen worden, hätte aber noch mehr Publikum vertragen können.

Bessere Anbindung des Dorfes

Max Heller, Gemeindeammann von Kaiseraugst, zog gestern begeistert Bilanz und versicherte freudestrahlend, auch 2010 wieder mit von der Partie zu sein, schliesslich bringe der Slow-up die Bevölkerung im Dreiländereck zusammen. Allerdings wünschte er sich eine bessere Anbindung des Dorfes mit einem Treffpunkt. «Varianten wurden schon mal geprüft.» Dass es an der Schleuse Augst und damit am Kraftwerkübergang zeitweise einen Stau gegeben hatte, sei hinnehmbar. Im Übrigen hoffte Heller, dass im Kanton Baselland die Bewilligungen für Beizen entlang der Strecke nicht mehr zu restriktiv gehandhabt werden.

Für Rheinfeldens Stadtammann Franco Mazzi steht ausser Frage, nach dem Erfolg vom Sonntag sich auch im nächsten Jahr am Slow-up zu beteiligen. «Wir waren erstmals dabei und sind sehr zufrieden», meinte er rückblickend. Die Routenführung habe ihm wegen der Abwechslung besonders gefallen. Damit sprach er die Strecken durch die Altstadt und hinauf zum Feldschlösschen an, aber auch den «Landschaftsgenuss» auf dem Weg zum Kraftwerk Augst-Wyhlen. Ein Lob hatte Mazzi für die Vereine parat: «Auf den Verpflegungsplätzen waren sie zeitweise sehr gefordert, weil sie der Publikumsandrang doch überrascht hatte.»

Dass auf beiden Seiten des Rheins der logistische Aufwand der städtischen Werkhöfe und Sicherheitskräfte speziell bezüglich Strassensperren gross war, bemerkten alle Slow-up-Teilnehmenden. Und Franco Mazzi wie Max Heller wünschten sich, dass bei einer Zweitauflage wieder «wertvolle Schützenhilfe» geleistet werde, um den Grossanlass finanziell und organisatorisch bewältigen zu können. In einem fühlten sie sich bestätigt: Dass es richtig gewesen sei, sich wegen der «Verflechtungen» dem «Slow-up Basel-Dreiland» anzuschliessen.