Suchtklinik
Suchtfachklinik «Selhofen» hat ihren Sitz neu in Burgdorf

Seit 1995 betreute die Klinik Selhofen in Kehrsatz jährlich 200 Klienten und half bei deren Entzug und Integration in die Gesellschaft. In letzter Zeit wurde der Platz zu knapp – es fehlte an Einzelzimmern. Seit gestern nun bietet die Suchtfachklinik neu an der Emmentalstrasse 8 in Burgdorf ihre Dienste an.

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Suchtklinik Symbol

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Keystone

«Wir wollen den Klienten ermöglichen, sich zurückzuziehen», sagt die stellvertretende Geschäftsführerin, Regine Gysin. Früher habe das gemeinsame Wohnen im Vordergrund gestanden - heute sei dies der Klinik-Gedanke.

«Klienten kommen mehrmals»

15 Personen kann die Klinik aufnehmen. In Burgdorf stehen nun auch zwei Notschlafbetten bereit. Die Entzugstherapien werden Menschen angeboten, die von psychoaktiven Substanzen wegkommen wollen - sprich Heroin, Kokain, Methadon und Schlafmitteln. Die Zahl der alkoholabhängigen Klienten nimmt laut Gysin zu.

Während durchschnittlich 30 Tagen können sie eine vollständige oder stabilisierende Therapie durchlaufen. Letztere etwa, wenn besagte Personen zusätzlich eine ambulante Heroinabgabe beziehen. «Oft kommen die Klienten mehrmals zu uns», sagt Gysin. Ein Entzug reiche oft nicht aus, um das Bewusstsein für ihre Suchtkrankheit zu stärken. Weiter werden Klienten auch durch den Hausarzt, die Fürsorge oder eine Suchtberatungsstelle zugewiesen.

Regine Gysin ist überzeugt, dass bei Therapien auch der psychische Zustand der Betroffenen eine wesentliche Rolle spielt. «Deshalb ist auch die Nachfolgebehandlung, ein Beschäftigungsprogramm etwa, oder ein betreutes Wohnen wichtig, um den Klienten den Schritt in die Gesellschaft zu vereinfachen. » 2010 will die Klinik Selhofen in einem Pilotprojekt zusätzlich vier Betten aufstocken. Diese sind für Personen mit Doppeldiagnosen vorgesehen.