Biezwil
Spektakel der Holzfäller

Axt, Hand- und Motorsäge sowie Kraft und Technik zweier kräftiger Männer: Dies faszinierte in der «Timbersport-Show», entwick-elt aus der Szene der professionellen Holzfäller, auf dem Festplatz des Waldwirtschaftsverbandes Bucheggberg.

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Timbersport
3 Bilder
Mit Riesensäge Überdimensioniert: Solche Sägeblätter richtig einzusetzen ist nicht jedermanns Sache..
Mit Bier Auf ein Bier: Der Baum wird in dieser Disziplin so zersägt, dass weder Hopfen noch Malz verloren sind. (Fotos: Manuela Jäggi-Wyss)

Timbersport

Solothurner Zeitung

Agnes Portmann-Leupi

«Drei, zwei, eins, go!» Das Startkommando für die beiden Sportler, Matthias Knörr, Nennigkofen, und Hermann Schönbächler, Biel, kommt aus unzähligen Besucherkehlen. Zwei Äxte gehen in die Höhe, und die kräftigen Männer fällen ihren Senkrecht verankerten Holzstamm beinahe gleichzeitig. «Die Sportart ist in Australien vor 120 Jahren aus einer Schnapsidee der Waldarbeiter entstanden», sagt die Moderatorin Christine Schönbächler. Nach getaner Arbeit sei mit jedem Bier die angebliche Kraft und Schnelligkeit immer grösser geworden. «Bis sich dann eines Tages im Wald tatsächlich der Schnellste und Beste beweisen musste», erzählt sie.

Von Hand gehts schneller

Forstwart Knörr und Förster Schönbächler, beide seit sieben Jahren «Timbersportler», haben unterdessen ihre zwei Meter langen Handsägen zwecks optimaler Gleitfähigkeit mit Öl besprüht. Jeder sägt aus einem 40 Zentimeter dicken Stamm in beeindruckender Sekundenschnelle eine Scheibe ab. In der Teamarbeit sind die beiden mit einer Handsäge schneller als der spontane Zuschauer mit der Motorsäge.

Zirkusreifes «Springboard»

Nicht weniger faszinieren die Disziplinen mit den dröhnenden, frisierten Motorsägen. Je drei Holzscheiben - diese «Cookies» sind bei den Kindern heiss begehrt - fallen hier in nur gerade acht Sekunden. Kunststück pur, einen aufrechten Stamm so zu zersägen, dass 18 Scheiben, samt Bier, übereinander bleiben. Noch spannender wirds bei der Marke «Eigenbau». Matthias Knörrs Säge haben sein Vater und Bruder aus dem Motor eines Motocross-Töffs hergestellt. Resultat: 70-PS-Stärke, Gewicht 29 kg, Kettengeschwindigkeit gute 200 Stundenkilometer, Lärm 135 Dezibel. Ohren zuhalten ist angesagt. Nur noch staunen können die begeisterten Zuschauer bei der Königsdisziplin «Springboard». Bretter müssen dabei in die noch zu hauenden Kerben der aufrecht stehenden Holzstämme eingelegt werden, früher so gehandhabt zum Fällen von Mammutbäumen. Auf dem obersten Brett stehend, durchtrennen die beiden Sportler den Stamm. Die Nummer ist zirkusreif: Eine geballte Ladung von Kraft aber auch Technik, Balance und Geschicklichkeit.