neue Jugendarbeiterin im Kakerlak
Sie versteht bereits Berndeutsch

Seit August arbeitet Anett Chasseur bei der Regionalen Jugendarbeit Kakerlak als Kinder- und Jugendarbeiterin. Ihr Eindruck der ersten zwei Monate in Kirchberg und Umgebung ist durchwegs positiv.

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Berner Rundschau

Andrea Flückiger

Nun ist es schon bald zwei Monate her, seit Anett Chasseur ihre Tätigkeit bei der Regionalen Jugendarbeit Kakerlak (dieser Name steht für die Trägergemeinden Kirchberg, Aefligen, Kernenried, Ersigen, Rüdtligen, Lyssach, Alchenflüh und Kirchgemeinde) aufgenommen hat. Die erste Zeit habe sie vor allem genutzt, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen und ihre Aufgaben konkret kennen zu lernen, erzählt die diplomierte Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (FH).

«Rolf Gasser, der seit bald einem Jahr hier in der Region arbeitet, hat mich in den vielseitigen Alltag als ‹Kakerlak›-Mitarbeiterin eingeführt», sagt sie. Neben diversen administrativen Aufgaben hätten sie bereits bei zwei grössere Projekte mitgeholfen - beziehungsweise die sie gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen organisierten: das Bodysoccer-Turnier in Lyssach und den Tag der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Jugendliche sind «echt gut»

Der gebürtigen Deutschen (Thüringen), die über ein Fachabitur im Sozialwesen verfügt und sich auf Kinder- und Jugendhilfe spezialisiert hat, gefällt die Arbeit im «Kakerlak». Sie sagt: «Mir gefällt es, dass hier ein sehr niederschwelliges Angebot besteht.»

Vor allem findet Chasseur es gut, dass die Jugendlichen tatsächlich vorbeikommen würden - mit Ideen, Fragen und Problemen, oft aber auch einfach nur um «hallo» zu sagen, zu plaudern oder zu spielen. Sie sei ausserdem beeindruckt, wie engagiert die Jugendlichen im Einzugsgebiet des «Kakerlak» mitmachten, sagt die 22-Jährige.

«Beim Bodysoccer-Turnier anfangs September beispielsweise führten die Jugendlichen vieles alleine durch - wie den Verkauf der Snacks und Getränke oder die Schiedsrichteraufgaben», so Chasseur. «Einkaufen gingen wir zwar gemeinsam, aber am Turnier selber waren wieder die Jugendlichen voll im Einsatz. Echt gut.»

Ein Gebiet, auf das sie sich besonders freue, seien neben den persönlichen Beratungen die Work-Shops in Zusammenarbeit mit den Schulen. «Ab November werden wir wieder in die Schulen gehen oder die Schülerinnen und Schüler kommen für ein paar Stunden zu uns, um bestimmte Themen mit uns zu erarbeiten», erklärt die Jugendarbeiterin.

Alkohol, kiffen sowie Sexualität stünden momentan in den Work-Shops im Mittelpunkt. Diese Themen hätten sie von ihren Vorgängern übernommen. Weil die zierliche Power-Frau aus Deutschland bei früheren Praktika aber ebenfalls bereits Seminare über Mobbing und Gewalt durchgeführt hat, könnte sie sich durchaus auch vorstellen, dass diese beiden Themen später einmal in den Workshops angeboten würden.

Schnell an Dialekt gewöhnt

Auf eine eventuelle sprachliche Barriere angesprochen sagt Anett Chasseur lachend: «Ja, die ersten Tage in Kirchberg bedeuteten für mich eine ziemlich grosse Umstellung.» Aber obwohl einige der Jugendlichen gefragt hätten, ob sie hochdeutsch sprechen sollten, lehnte sie dies stets ab.

«Ich wollte so schnell als möglich Berndeutsch verstehen.» Sie habe sich schliesslich schnell an den Dialekt gewöhnt. «Wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich einfach nach - die Jugendlichen sind da sehr unkompliziert», so die 22-Jährige.

Man hat wirklich den Eindruck, dass mit Anett Chasseur eine engagierte Jugendarbeiterin eingestellt worden ist, die Spass an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hat. Und: Sie kann sich gut vorstellen, auch länger in Kirchberg zu bleiben.